|
|
 |
 |
.
Konzept des Ganztagsbetriebes an der Volksschule Deining
.
|
Im Frühjahr 2004 war dieses Konzept ohne illustrierende Bilder ent- standen. Ein gutes Jahr später konnten wir alle Bausteine mit Bildbe- richten (Links hinter den Fotos) präsentieren.
|
 |
|
Offene Ganztagsschule - Was ist das Besondere am Deininger Konzept? Die Antwort gleich vorab: Es wurde im Höchstmaß Rücksicht genommen auf unterschiedlichste Bedürfnisse von Schülern und Eltern, angefangen bei attraktiven Räumen, über täglich drei verschiedenen Essen zur Wahl, bis hin zum individuellen Nachhilfeunterricht für einzelne Schüler, bei Umsetzung eines anpruchsvollen Förder- und Freizeitplans und bei einem ausgesprochen niedrigen Kostenanteil für die Eltern, ohne dass Lehrkräfte oder Schulleitung dadurch nennenswerte Nachteile und Belastungen hinnehmen müssen, denn Bestellungen und Abrechnungen erfolgen durch innovative Lösungen automatisch, die Verwaltungstätigkeiten wurden weitestgehend minimiert.
Inzwischen können wir auf mehrere Auszeichnungen verweisen Eine kompaktere Darstellung unserer Überlegungen findet sich bei "Leitgedanken zur Ganztagspädagogik" und "Selbstverständnis d. Betreuer" Warum veröffentlichen wir diesen Text z.B. im Internet?
Menschen sind vergesslich. In unserer Zeit verändern sich Ansichten und Meinungen rasant. Zum Schutz vor allem der ehrenamtlich Tätigen (vornehmlich Lehrkräfte), die zusammen mit dem Schulleiter als Erfinder und Organisatoren die Deininger Ganztagsbetreuung auf die Beine gestellt haben, soll jeder (also: Schüler, Eltern, Lehrer, Schul- aufsicht, Gemeinde und die Partner der i-NET-Küche und des i-NET-Programmierteams) jederzeit nachlesen können, was vor der Durchführung die Absichten waren und mit dem vergleichen können, was davon realisiert worden ist. Somit können bei gravierenden Veränderungen der Parameter alle Beteiligten frei entscheiden, ob sie sich den Vereinbarungen der Gründerzeit noch verpflichtet fühlen.
|
 |
|
Erfahrungsgemäß verursachen Veränderungen und Neuerungen an der Schule zunächst mal Unruhe bei Schülern, Lehrern und Eltern. Ein Kind will auch rein, aber die Mama will es nicht. Ein Lehrer will am Nachmittag in seinem Klassenzimmer Vorbereitungen machen, kann aber nicht. Ein Schüler ist drin, hat aber trotzdem seine Hausaufgabe nicht gut erledigt. Es kommt auf die Konflikt- lösungsstrategien der Betroffenen an, ob und wie sehr sie die Nachmittagsbetreuung bzw. - betreuer dafür verantwortlich machen. Logisch: Wenn man alle nicht zu unterrichtenden Schüler um 13.00 Uhr nach Hause schicken würde (es war bis 1999 so), hätte der Nachmittag - wie auch immer - seine Ordnung. Es wird also künftig nicht nur positive Äußerungen geben. Nachfolgender Text und unsere weiteren Texte zu Leitgedanken und Motiven können Kritikern (vgl. Innovationskritik) helfen, den vorgetragenen Argumenten der Befürworter auf sachlicher Basis zu entgegnen. Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Verfasser in der Orientierungsphase froh gewesen wären, vergleichbare oder ähnliche Texte zu haben bzw. im Internet zu finden; nicht um abzukupfern - das geht erfahrungsgemäß gar nicht, denn jede Schule muss ohnehin das individuell passende Konzept finden. Es wäre aber einfach hilfreich gewesen, vorab zu sehen, woran andere beim gleichartigen Thema denken. Das wollen wir mit nachfolgendem Text unseren Kollegien an anderen Schulen ermöglichen. Natürlich sind wir auch ein klein wenig stolz auf unser Konzept und auf das Erreichte. Zur vertieften Lektüre empfehlen wir eine Literaturliste im Link. Ausgesprochen interessant ist das DVD-Video "Treibhäuser der Zukunft" von Reinhard Kahl.
Und schließlich wünschen wir unseren Partnern (Software-Entwicklern und i-NET-Küche), die wir uneingeschränkt empfehlen können, auch den geschäftlichen Erfolg, damit sich ihr Einsatz für unsere gemeinsame Sache auch wirtschaftlich rechnet. Denn sie müssen ja die Mitarbeiter bezahlen, die unser System am Leben erhalten. Leider hat uns die Geschichte oft gezeigt, dass Erfinder verarmten und andere später deren Ideen wirtschaftlich nutzen konnten. Wir hoffen also im Interesse von i-NET-Küche und Programmierern möglichst bald auf Nachahmung beim Nutzen des i-NET-Systems, damit das Leben nicht die bestraft, die zu früh dran waren.
Vorüberlegungen – der Weg zu diesem Projekt
|
 |
 |
| Schüler erklären ihre Tätigkeiten am Bau |
|
 |
 |
Zahlreiche Besucher der Schule aus dem Bereich Schule und Wirtschaft haben den Deininger Ansatz zur Pädagogik in der Volksschule bisher anerkannt. Aufnehmende Schulen, z.B. in den M-Klassen, haben mehrmals unsere Schüler gelobt. Deren Aussagen ermutigten und gaben Selbstbe- wusstsein, um nach weiteren Verbesserungen zu streben. Mit dem Innovationspreis für innere Schulentwicklung im Januar 2003 wurde schließlich die pädagogische Arbeit der Schule auch von der Kultus- ministerin Monika Hohlmeier anerkannt. Beim Thema Schulentwicklung steht die Schule im engen Kontakt mit Prof. Dr. Sacher, Uni Erlangen-Nürnberg. Allein im Schuljahr 2003/04 war er schon dreimal in Deining. Zulassungs- und Facharbeiten von Studenten werden vom Kollegium als willkommene Chance zu externer Evaluation angenommen. Der hohe Stand der Pädagogik wurde anlässlich der 30-Jahr-Feier der Schule im November 2003 in einer Chronik und in einer dreistündigen Schulspiel- Darbietung dokumentiert. Die gute Qualität von Unterricht zu erhalten und wo möglich noch zu verbessern ist oberstes Ziel der Lehrkräfte und der Schulleitung. Bei dieser Prioritätensetzung werden sie vom derzeitigen, überaus engagierten Elternbeirat eindeutig unterstützt. Man muss deshalb bei weiteren Schritten gewissenhaft überlegen, ob Innovationen zu diesem Ziel beitragen können und vor allem, ob man auch den Belastungen, die durch zusätzliche Angebote entstehen, nachhaltig standhalten kann. Den Verfassern ist bewusst, dass Nachmittagsbetreuung zunächst in ihrem ursprünglichen Anliegen nicht auf die Verbesserung von Unterrichtsqualität zielt. Natürlich schwingt bei den Organisatoren die Hoffnung mit, dass individuelle Förderung und sozialpädagogische Maßnahmen über Schulsozialarbeit und den Förder- und Freizeitplan am Nachmittag positiv auf den nachfolgenden Vormittag wirken und so dann doch auch die Unterrichtsqualität anheben können und die Lernsituation für Schüler verbessern. Erste Erfahrungen bestätigen dies durchaus.
|
 |
 |
| Träger: Förderverein Vorstandschaft |
|
 |
 |
Aber wenn die Schulleitung und der größte Teil der Hauptschullehrkräfte neben vielen Grundschullehrkräften sich auch für diese Thematik überdurchschnittlich engagieren, so begründet sich dies weitgehend im wohlmeinenden Denken für bedürftige Schüler, berufstätige Eltern und die Gemeinde als Sachaufwandsträger, die mit dieser nie da gewesenen Förderkulisse von 90% für Investitionen, einen Teil des sanierungs- bedürftigen Schulhauses einem qualitativ hochwertigen Angebot zuführen kann. Die Lehrkräfte haben die Hoffnung, dass der Sachaufwandsträger dieses Engagement anerkennt, auch bei der Sanierung in einigen Jahren die Wünsche der Schule aufgreift und jetzt entstehende Kosten später, bei den jährlichen Haushalten, nicht zum Nachteil der Schulausstattung auszugleichen versucht. Von ihren genehmigenden Vorgesetzten erhoffen sich die Deininger Lehrer das Vertrauen, dass mit den für die Nachmittags- betreuung zugewiesenen Geldern sparsam und verantwortlich umgegangen wird, auch wenn gleichzeitig über einen kostenneutralen Schulversuch (BOK) in Ansätzen – zumindest für bedürftige Schüler – eine pädagogisch gewinnbringende andere Rhythmisierung von Unterricht versucht wird, die eigentlich erst mit dem Status „Ganztagsschule“ gegenständlich wäre. Ltd.SchAD Hammer vom Staatlichen Schulamt im Landkreis Neumarkt hat bisher, vor allem bei der Verwendung der zugeteilten Stunden, der Schulleitung stets Vertrauen entgegen gebracht und dadurch viele Innovationen erst ermöglicht. Ltd.SchAD Wunsch hat Innovationsschritte - auch beim Ausloten von Grenzen - immer wohlwollend gewertet. Vielen Dank! Lt.Reg.SchD Werner Stahl würdigte - zeitlich weit vor dem Innovationspreis - bei einem Schulbesuch die pädagogische Arbeit und die Ziele der Schule. Er hat damit den Lehrkräften Mut zugesprochen und Zuversicht gegeben und sie auch danach weiterhin unterstützt. Dafür ein Dank und verbunden mit der Bitte, die Schule auch bei diesem neuen pädagogischen Ansatz mit kritischem Wohlwollen zu begleiten. Der Beauftragte des Kultusministeriums an der Regierung der Oberpfalz, Rainer Lacler, hat bei seinen Besuchen an der Schule detaillierte Kenntnis gewonnen von den Gegebenheiten, den Absichten und dem Stand der Diskussion zur Nachmittagsbetreuung. Er ist für die Schulleitung ein vertrauenswürdiger, kompetenter Berater, der sich Zeit nimmt und motivieren kann. Den weiteren bisher beteiligten Fachstellen, Frau Schenkl, Frau Niebler und Herrn Demleitner ein Dank für die intensive Beratung und das bisherige Engagement! Die Diskussion, ob schulische Ganztagsbetreuung nicht eine gesellschaftliche Fehlentwicklung einleitet, weil sie die Pflichten der Eltern auf den Staat bzw. die Schule verlagert, wurde in Deining nur sehr „kurz angerissen“, weil sie nicht zum Ziel führt. Gesellschaft und Politik – und ganz offensichtlich parteiübergreifend – fordern diese Veränderung von Schule. „Nicht die Schule macht die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft macht sich ihre Schule" (Prof. Dr. Friedeburg). Schule und Gemeinde stehen demnach nur vor der Wahl, ob man fünf Jahre früher oder später ein Angebot erarbeitet und von welcher Qualität dieses Angebot dann ist. Bürgermeister Alois Scherer und sein Gemeinderat haben sich auf Anraten der Regierung bei den Baumaßnahmen für eine konsequent zukunftsfähige Lösung entschieden, für eine Variante also, die nicht nur wenigen momentan interessierten Eltern hilft, sondern mit seinen baulichen Auswirkungen allen derzeitigen und künftigen Schülern den Schulalltag deutlich attraktiver machen wird.
|
 |
 |
| Bürgermeister, Architekt, Systemhaus |
|
 |
 |
Damit setzt der Bürgermeister auch das Signal, dass man für den Status „Ganztagsschule“ auch nach bayerischem Landesrecht gerüstet wäre. Überlegungen zu einem Deininger Modell der Ganztagsschule wurden bereits angestellt. Der Vorteil für die Schule dabei bestünde nach derzeitigem Informationsstand in einer höheren Lehrerstunden-Zuweisung und in weiteren Freiräumen zur pädagogischen Arbeit. (Momentan scheint diese Schulform in Bayern nur in den größeren Zentren möglich und ist für Deining nicht geplant.) Dem Bürgermeister und den Gemeinderäten sei an dieser Stelle Dank gesagt. Ein Dank auch an Architekt Theo Nutz für sein Sponsoring der Schule in der Vergangenheit und für seine zeitliche und schöpferische Flexibilität verbunden mit der Bitte, auch künftig die Beteiligten der Schule mitgestalten zu lassen. Danke auch dem Systemhaus Schwarz für die Entwicklung des i-NET-menue-Systems, ohne das dieses Deininger Konzept nicht vorstellbar wäre. Der Bürgermeister hatte zu Beginn der Diskussion Bedenken, dass die Gemeinde bei rückläufiger staatlicher Förderung zum laufenden Betrieb von Eltern und Schule zu noch stärkerem finanziellen Einsatz gedrängt werden könnte. Der Schulleiter anerkennt den derzeit zugesagten Gemeindeanteil zum laufenden Betrieb und wird unterstützen, etwa in Elterngesprächen, wenn in der Konsequenz staatlichen Rückzugs Kürzungen bei den Betreuungszeiten vorgenommen werden müssen bzw. die Qualität herunter gefahren werden muss.
|
 |
Pädagogische Zielsetzung der Ganztagsbetreuung
betreuen (Mittagessen – Freizeit)
stärken und ermutigen (musiktherapeutischer Ansatz - nachfolgend Schwerpunkt A)
fördern (Hausaufgaben – Förderung individuell - nachfolgend Schwerpunkt B)
Allgemeines zum Projekt
|
 |
 |
| Terrasse vor dem Ganztagsbereich |
|
 |
 |
Die sozialpädagogischen Maßnahmen in der Freizeit sollen für die Kinder ausschließlich freiwillig sein. Alle Aktionen orientieren sich an den Bedürfnissen der Kinder. Sie sollen sich in erster Linie in den neuen Räumen wohl fühlen und nach dem Erledigen der Hausaufgaben ihren Wünschen und Neigungen nachgehen können. Spiele im Freien, von Federball bis Tischtennis, sollen möglich sein und aus dem spielerisch-zwanglosen Ausprobieren können sich Interessensgruppen oder evtl. Projekte entwickeln. Dafür braucht es in erster Linie eine Person, die auch ansprechbar ist, weil sie Zeit hat und nicht in andere Tätigkeiten involviert ist. In der Nachmittagsbetreuung sollen vielfältige Anreize gegeben sein, auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Der Nachmittag soll über den traditionellen Nachmittagsunterricht hinaus durch Hausaufgabenbetreuung nicht verschult werden. Es sollen selbst- verständliche Angebote, wie die Bücherecke, Lesezirkel und PCs, aber auch ein „ Ruhe-Stille-Tank-Raum“, eine gemütliche „Relax- Ecke“, eine Wintergartenatmosphäre und ein Balkon vorhanden sein. Wie viele Lehrkräfte der Volksschule Deining, so wollen auch die Nachmittagsbetreuer(innen) nahe an der Theorie von Maria Montessori arbeiten. Auf einen kurzen Text der Schule Unterneukirchen im Anhang sei verwiesen. Die Deininger Ganztagsbetreuung setzte von Anfang an auf „Bedarfsorientierung“. In der ländlichen Flächengemeinde mit dem großen Anteil an „Buskindern“ galt es auch deren Bedürfnisse zu berücksichtigen. Da außerdem im Deininger Schulhaus Grund- und Hauptschüler vereint sind, mussten auch die Grundschüler und ihre Eltern ins Konzept eingebunden werden. Dies ist – wie wir glauben – durch Vernetzung mit der staatlich geförderten Mittagsbetreuung und dem Projekt "engagierte Eltern helfen Eltern" (Schüler-Café-Aufsichten) hervorragend gelungen. Für das Schuljahr 2008/09 wurden in Bayern alle Anträge auf Langzeitgruppen zur Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenbetreuung genehmigt. 1. Kooperationspartner:
a) Volksschule Deining, Schulstraße 5, 92364 Deining vertreten durch den Schulleiter, Heinz Lang, R b) Gemeinde 92364 Deining vertreten durch den 1. Bürgermeister, Alois Scherer
c) Förderverein der Volksschule Deining, Schulstraße 5, 92364 Deining vertreten durch den 1. Vorsitzenden, Norbert Schwarz, L
2. Rahmenbedingungen a) Teilnehmende Schülerinnen und Schüler:
- Eltern von 66 Hauptschülern wollten laut Befragung durch Schule und Elternbeirat an mindestens einem Tag das Angebot nutzen. Da sich die Interessierten auf die Wochentage verteilen, errechnete sich daraus ein Bedarf von mindestens 15 Plätzen. Diese Schülerinnen und Schüler rekrutierten sich zu etwa gleichen Teilen aus allen Jahrgangsstufen der Hauptschule.
- Weitere 5 Schüler aus der 8. Klasse und 5 Schüler aus der 9. Klasse die oben nicht erfasst sind, sollten das ganztägige Angebot an 4 Tagen nutzen, wenn durch intensive Förderung – bis hin zu Ansätzen einer anderen Rhythmisierung von Unterricht – die Chance zum Erreichen des Hauptschulabschlusses verbessert werden kann (Konzeption wie in Ganztagesklassen vgl. unten zu 3.). Daraus errechnete sich ein Bedarf von 10 Plätzen.
|
 |
 |
| Über 100 Schüler im Dez. 05 |
|
 |
 |
Im Dezember 2004 waren von rund 360 Schülern ca. 120 im System erfasst, nutzen es also zumindest von Zeit zu Zeit. Etwa 105 Schüler nutzen die Einrichtung mit ihren verschiedenen Angeboten regelmäßig. Die durchschnittliche Essensbestellung pendelt sich auf rund 55 Essen ein. Stärkster Tag war ein Dienstag mit 83 Essen, schwächster Tag der allgemeine Wandertag der Schule an einem Mittwoch mit offenem Unterrichtsende, je nach Wanderziel - dadurch nur 10 Essen. In der Hitzewelle des Juli 2005 wurden bei Hitzefrei immer noch ca. 20 Essen geliefert.
b) Leitung des Projekts:
Dipl.Päd. Claudia Stöckl-Lang
c) Zur Betreuung eingesetzte Personen:
Vorgabe: 400,-€ Alle Überlegungen, Betreuerinnen im Angestelltenverhältnis über der 400,- € - Grenze hinaus zu beschäftigen, mussten vom Träger verworfen werden, weil mit den finanziellen Möglichkeiten dann, neben den Lehraufträgen zur Praxis der BOK-Schüler, bestenfalls nur eine Teilzeitkraft, die Projektleiterin, angestellt werden kann, die alleine Hausaufgabenzeiten und Freizeitmaßnahmen abdecken müsste. Die angestrebten Differenzierungsmöglichkeiten würden ausscheiden. Man würde zwar eine höher qualifizierte Arbeitskraft anstellen, könnte den Schülern gleichzeitig aber weniger Qualität (Zahl der Ansprechpartner bei Hausaufgabenzeiten) bieten. Krankheitsvertretungen wären außerdem nicht gewährleistet und damit die Zuverlässigkeit gefährdet. Nach dem Deininger Konzept werden mit dem gleichen Geld wesentlich mehr Personen eingesetzt, wobei die pädagogische Qualifikation der Leiterin trotzdem genutzt wird. - 1. Claudia Stöckl-Lang, Dipl. Päd.,
leitete 10 Jahre die Beratungsstelle für junge Aus- und ÜbersiedlerInnen des Christlichen Jugenddorfwerkes (CJD) in den Räumen des Landratsamtes Neumarkt i. d. OPf.;
- 2. Maria Wolf,
steht dem Träger der Maßnahme seit dem Jahr 2000 für die Mittagsbetreuung zur Verfügung, pflegt einen guten Umgang mit den Kindern und ist ausgesprochen zuverlässig. Gleichzeitig entlastet sie die Förderlehrerin ganz erheblich von tagesgenauen Tätigkeiten bei der Abrechnung.
- 3. weitere Weitere Betreuer(innen) sollen zur Optimierung der Arbeitszeiten und aus organisatorischen Gründen auch in der Mittagsbetreuung für die Grundschule verwendet werden, woraus sich eine verfügbare Stundenzahl für die Ganztagsbetreuung ergibt von : Claudia Stöckl-Lang: 8 Wochenstunden Maria Wolf: 10 Wochenstunden weitere x Wochenstunden gesamt: x Wochenstunden
- 4. Lehrkräfte der Schule, soweit projekthaft organisierte Arbeitsgemeinschaften der Schule – sinnvoll vernetzt, etwa in Trimesterplanungen – in die Planungen eingebunden werden können oder auch, wo allwöchentlich stattfindende AGs (Schulband, Yoga) stattfinden.
Evtl. noch Einsatz von Lehrkräften auf Honorarbasis.
- 5. Lehraufträge für externe Fachleute, (vgl. Konzeption an Ganztagsschulen) zur Betreuung der Schüler, also ausdrücklich keine Lehrkräfte oder Sozialpädagogen, sondern handwerkliche, männliche(!) Praktiker mit einem guten Gespür für Hauptschüler und Jugendliche. Lehraufträge für Projektwochen sind darüber hinaus noch vorstellbar mit Beschäftigten der Firmen, von denen die Schule bisher schon oft unterstützt wurde (Firma Klebl – Verbindungsmann Werner Feihl, Firma Computer Schwarz – Verbindungsmann Karl Weigl oder Manfred Schwarz), ggf. auch 2 x Halbjahres-Lehrauftrag für Karl Kohn, Versorgungstechniker zur intensiven Betreuung (11 Stunden) der 10 Schüler aus dem Berufsorientierungskurs.
d) Räume / Hallen / Außenanlagen Alle Räume der Schule stehen der Nachmittagsbetreuung zur Verfügung, sofern sie durch Unterricht nicht belegt werden. Räume für die Mittagsverpflegung und Aufenthaltsräume mit „häuslichem Ambiente“ wurden durch den Sachaufwandsträger noch im laufenden Kalenderjahr geschaffen.
e) Mittagsverpflegung
|
 |
Das Essen-Bestellwesen bei den Lieferanten und die Abrechnung, sowie das Überwachen der Zahlungseingänge, z.B. von Elternbeiträgen, kann nicht über das Schulsekretariat erfolgen. Belastungsgrenzen der Halbtagskraft, aber auch der Schulleitung, sind längst erreicht. Die Schule verfügt seit dem Schuljahr 2003/04 – ein Dank an die Schul- aufsicht – wieder über eine gewandte und leistungsfähige Förderlehrerin. Sie wird im Rahmen ihrer Verwaltungsstunden mithelfen und als pädagogisches Bindeglied zwischen Lehrern und Betreuern wirken. Jedoch eine wöchentliche oder gar tägliche Überwachung von Essensbestellung, Betreuungsaufwand und Abrechnung kann auch sie mit traditionellen Mitteln nicht leisten. Ggf. müsste hierzu Arbeitskraft eingekauft werden, was die Maßnahme verteuert bzw. Mittel verbraucht, die pädagogisch besser für die Kinder eingesetzt werden. Bei den 10 Schülern im Bereich des Berufsorientierungskurses (BOK), die ganzjährig an vier Tagen betreut werden, könnte zwar ein Abbuchungsverfahren verwendet werden, wobei am Ende des Schuljahres trotzdem wieder aufwändige Rückerstattungen oder Nachforderungen getätigt werden müssten. Jedoch beim relativ offenen Angebot für alle weiteren Schüler musste unbedingt ein intelligentes und arbeitsentlastendes Verfahren angestrebt werden, das dann aber auch gleich für die BOK-Schüler verwendet werden konnte. Bargeldverkehr über die Kinder wirkt sich in vielen Fällen missbräuchlich aus, indem Schüler statt für Essen und Trinken das Geld in Süßigkeiten oder gar noch negativere Konsumgüter (Zigaretten) anlegen. Gerade die Schüler, die aus sozialen Gründen oder ihres Förderbedarfs wegen die Betreuung nutzen, können aber oft auch nicht darauf vertrauen, dass Eltern ihnen Essensgutscheine regelmäßig besorgen und täglich mitgeben.
So bemühte man sich, ein elektronisches Auf- und Abbuchungssystem für das Bestellwesen zu installieren, wie es etwa in Universitäten zu finden ist. Per Memory-Stick, Chip-Karte oder Barcode- Lesegerät sollten Eltern ihre Automaten-Kasseneinzahlungen in das Kassensystem speichern, hätten Quittungen für Steuer oder das Sozialamt, was ohne weitere Prüfungen möglich ist, erhalten. Administriert werden sollte das System durch die informationstechnisch versierte Förderlehrerin. Essensbestellungen beim Catering-Unternehmen wären differenziert möglich gewesen. Genauso unkompliziert hätte sich täglich eine Liste berechtigter Schüler an der Essensausgabe anbringen oder sogar am Terminal anzeigen lassen. Den an das System gekoppelten Getränkeautomaten sollte der Hausmeister füllen. Diese Pläne scheiterten aber an den Kosten, die nahe an die 20.000 Euro gekommen wären und als nicht förderfähig beschieden wurden.
-
Die Deininger Lösung - eine Erfindung für viele Gewinner
|
 |
|
Aus dieser Not heraus wurde durch persönliche Kontakte des Schulleiters mit einem Softwarehaus (Manfred Schwarz) und der Klinikküche (Hans Hiller) zusammen mit medientechnisch versierten Lehrern der Schule ein innovatives Team geschaffen, das sich auf den Weg machte, ein wesentlich preiswerteres, Internet-basiertes Bestell- und Abrechnungswesen zu erfinden, welches inzwischen problemlos funktioniert, alle oben geforderten Ansprüche erfüllt, die organisatorischen Aufgaben auf ein Minimum reduziert und nun eigentlich an allen Schulen Bayerns, ja so sogar in Firmenkantinen und weltweit, eingesetzt werden könnte. Deininger Lehrer und Schüler haben den Ruf hoher Computerkompetenz. Das war die Basis für das Softwarehaus und die Catering-Küche, die Volksschule Deining quasi als Beta-Tester dafür zu betrachten. Hier kann man - auch an später gedacht - einmal etwas ausprobieren, was man woanders braucht. Als Gegenleistung erhalten Schüler die tägliche Auswahl aus drei Speisen zum sagenhaften Preis von 2,50 Euro. Inzwischen sind weite Kreise am Deininger i-NET-Menue interessiert.
Täglich verschiedene Speisen zur Auswahl
Das überzeugendste Argument ist die Qualität des Essens, weil Kinder nicht zum Einheitsessen "verurteilt" sind, sondern täglich aus drei schmackhaften Speisen wählen können. Bis zur großen Pause des gleichen Tages kann sich jeder Schüler noch für oder gegen das Mittagessen entscheiden. Auch kurzfristige Stornierungen kann selbst ein Grundschüler der 2. Klasse eigenständig veranlassen. Die dem Land- kreis Neumarkt unterstellte Klinikküche hat mit diesem innovativen Ansatz ebenfalls bayernweit Maßstäbe gesetzt und alternative Einnahmequellen im Hinblick auf Betriebswirtschaftlichkeit und Arbeitsplätze erschlossen. Inzwischen arbeitet die Schule aber mit dem örtlichen Metzger zusammen. Die Elternbeiratsvorsitzende engagiert sich in der Essensausgabe und achtet auf Qualität.
Flexibles Angebot für flexible Schüler
|
 |
|
Das System war innerhalb weniger Tage eingespielt und die Attraktivität der Ganztagsbetreuung incl. der Mittagsverpflegung konnte schnell und deutlich wachsen, ohne dass die steigenden Schülerzahlen unmittelbar einen Mehraufwand beim Verwaltungs- oder Betreuungspersonal produziert hätten. So werden kurzfristige Anmeldungen zur Nachmittagsbetreuung möglich – ein Service der Schule auch für Eltern, die zunächst glaubten, keine Nachmittagsbetreuung zu brauchen. So wurde erreicht, dass das Mittagessen seine Exklusivität verliert, ohne dass es an Qualität für die Nachmittagsbetreuten einbüßt. Angenehme Begleiterscheinung ist, dass durch die große Menge der Nutzer (Schüler) die zur Nachmittagsbetreuung gezwungenen Kinder beurfstätiger Eltern keine Ghettosituation erleben.
Es lässt sich durch diese innovative Lösung aber auch ein Missbrauch oder Schülerfehlverhalten (z.B. versehentliche Doppelbestellungen oder Schüler in Spendierhosen) vermeiden, da alle Vorgänge natürlich im System identifiziert werden können - denkbar wäre auch eine Sperre (z.B. künftig am Getränkeautomaten nur ein Getränk pro Tag) oder (kleiner Scherz am Rande) ein Kalorienzähler für die Mahlzeiten des Schulleiters.
Tagesgenau automatisch abgerechnet
Wichtig war die Erweiterung des i-NET-menues um das Modul für die tagesgenaue, automatische Abbuchung von Betreuungszeiten. Unser System nimmt also an, dass alle für diesen Wochentag gemeldeten Schüler anwesend waren, erkennt automatisch, ob diese auch gegessen haben und gewährt dann entsprechend der Richtlinien die Zuschüsse. Wenn Schüler wegen Krankheit oder Klassenfahrt entschuldigt sind, trägt das die Betreuerin ein. Als Folge setzt das System die Beträge ein, die wir für solche Fälle vorgesehen haben - wir könnten´s natürlich auch ignorieren. Das war´s! Das ist der tägliche Verwaltungsaufwand und er wird durch eine Betreuerin erledigt. Sie braucht dafür rund 15 Minuten. Die Arbeitsstunden für die Monatsabrechnung mit den Betreuern sind damit aber auch bereits gebucht und vielfältige statistische Auswertungen sind nun möglich - z.B. Welche Kinder haben kein mehr Geld auf dem Konto und können deshalb nicht mehr essen? Die Betreuer rufen dann bei den Eltern an. Notfalls gewährt der Förderverein einen Vorschuss, den die Betreuerin dann im i-NET-Menü aufbucht.
Nachfragen bei der Ganztagsschule in Kolbermoor haben ergeben, dass man auch dort die Preise in Richtung 3,- € absenken will. Dabei ist zu bedenken, dass das Preisgefüge in ländlichen Bereichen der Oberpfalz ohnehin niedriger liegt.
Anbieter:
|
 |
|
 |
 |
Zu Beginn der Überlegungen hatte man mehrere Lieferanten in Abwägung (örtliche Metzger, Gasthäuser und vor allem das örtliche Altenheim - allesamt zu den vorgetragenen Konditionen entweder kein Interesse oder nicht die Möglichkeiten und ein professionelles Catering-Unternehmen - zu teuer), welche in die für Catering optimal ausgestattete Versorgungsküche der Ganztagsbetreuungsräume anliefern und beim Ausgeben mithelfen sollten. Die Entscheidung traf das Schulforum nach den Bewerbungsgesprächen. Entscheidungsgrundlage war ein Speisenplan für mindestens zwei Monate. (Der Schulleiter bemühte sich besonders, die Küche des örtlichen Altenheimes für die Anlieferung zu gewinnen. Leider konnte er weder Leitung noch Mitarbeiter überzeugen.) Die Entscheidung fiel schließlich für die i-NET-Küche, (Name für die Küche des Klinikums von der Schule geschaffen, da der Begriff "Krankenhausessen" - völlig zu Unrecht - negativ besetzt ist. Mit Hans Hiller und Manfred Siegert waren im Klinikum innovative Partner gefunden. Aufgrund der Preisgestaltung wurde zu Beginn 2006/2007 der Caterer gewechselt.
Kosten:
Die Kosten pro Mahlzeit werden dem Lieferanten mit 2,80 € erstattet, von den Eltern bezahlt werden 3,20 €, um das System zu erhalten, oder z.B. Obst, Nachspeisen und Tee einkaufen zu können, wobei Schüler nach Lust zugreifen dürfen. Die i-NET-Küche gibt - im Preis enthalten - zu jedem Essen 0,2 l Kaltgetränk und Salat oder Nachspeise bzw. Obst aus. Das online-Computer-System hat ebenfalls bisher keine Kosten verursacht, da es von Deininger Lehrern mit entwickelt worden ist. So erpspart sich der Träger derzeit Systemkosten und Zukäufe und kann die 40 Cent voll für die Betreuung verwenden. Da derzeit täglich mehr als doppelt so viele Essen ausgegeben werden, als kalkuliert, kommt man voraussichtlich gut hin. Die Kosten sind im Zusammenhang mit der Zuzahlung der Eltern für Betreuungszeiten zu sehen, die weitere 2,- € pro Tag (derzeit erst fällig bei Hausaufgaben in einer Kleingruppe von 6 Schülern) nicht übersteigen sollen. Noch kleinere Gruppen oder Nachhilfe kosten zusätzlich. Eine zwar individuell geregelte, aber generell großzügig angewandte, soziale Komponente soll Familien oder Alleinerziehenden entgegenkommen, wenn die Nutzung des Angebots an den Betreuungskosten scheitern würde. Die Schulleitung unterstützt Eltern bei Behördenkontakten. Organisation:
1. Konzeption
|
 |
|
 |
 |
Es muss darauf hingewiesen werden, dass es im Zusammenhang mit der Zahl der betreuten Schüler vorhersehbar nicht bei den 25 Plätzen geblieben ist, die mit der Beantragung der Fördergelder als Maßstab verwendet wurden. Da ja im vorausgangenen Schuljahr schon rund 20 Hauptschuleltern die Hausaufgabenbetreuung nutzten, deren Kinder an meist zwei oder drei Tagen anwesend waren, musste man bei nun 66 Familien auch mit einem deutlichen Anstieg der betreuten Kinder rechnen. Deshalb sind vor allem in den Hausaufgabenzeiten, mehrere Betreuerinnen parallel zu setzen, zusammen mit den Grundschulkindern werden wenigstens vier benötigt. Wenn die festgeschriebenen Mittel ausreichen eher fünf. Kleingruppen brauchen zusätzliche Betreuer, in 2004/2005 waren es elf.
Vergessen werden darf auch nicht, dass Grundschuleltern zwar an den Projektgeldern nicht partizipieren, aber die Mittagsbetreuung weiterhin bestehen bleiben muss und nach wie vor Schüler ohne Betreuungsanspruch auf den Bustransport warten werden. Neben dem Ganztagsbereich für Hauptschüler braucht es also weiterhin eine Aufenthaltsmöglichkeit für andere Schüler (Schüler-Café und Mamas für die Aufsicht) und auch ein Ganztagsangebot für Grundschüler. Im Sinne der unten beschriebenen pädagogischen Zielsetzung ist es ohnehin nicht angezeigt, dass Kicker und Billard im Speiseraum bzw. Hausaufgabenbereich oder in den Ruhezonen der Ganztagsbetreuung untergebracht sind.
|
 |
|
 |
 |
Da die Schüler zu unterschiedlichen Zeiten auch Nachmittagsunterricht haben, kann die Hausaufgabenzeit, das wichtigste Anliegen der Eltern und Lehrkräfte, nicht für alle Kinder gleichzeitig organisiert werden. Zwar beabsichtigt die Schulleitung künftig bei der Stundenplangestaltung an die pädagogisch abgestimmte Nachmittagsbetreuung zu denken, doch werden die Sachzwänge mit den Raumplänen bestehen bleiben. So kann es nötig werden, dass nach 15.30 Uhr, parallel zu Freizeitangeboten auch noch Hausaufgabenbetreuung angeboten werden muss, weil Schüler vorher Nachmittagsunterricht hatten. Diese Tatsache stellt große Herausforderungen an die Betreuer dar, den Überblick zu behalten und zwar im Hinblick auf den Stand des Schülers bei der Erledigung seiner Aufträge einerseits und auf die Planung der Freizeitmaßnahmen andererseits. Im zweiten Jahr des Ganztagsbetriebes an der Schule (Nov. 2005) wurde deshalb ein Förder- und Freizeitplan entwickelt.
a) Vorgesehener Ablauf (zeitlich und inhaltlich)
11.20 Uhr - „Löcher“ im Stundenplan
|
 |
Der Unterricht in großen Klassen wird nicht immer allen Kindern gerecht. Wir bemühen uns seit dem Schuljahr 07/08 verstärkt um Förderangebote (Lernschienen), die von Lehrkräften erteilt werden (im Bild Frau Michael-Steindl). Wenn wir Praktikenten aus der Fachhochschule oder Fachoberschule, oder über die ARGE Erzieher haben, setzen wir auch diese unter der Anleitung von Lehrkräften dafür ein.
|
 |
Der Stundenplan der Schule muss aber auch im Pflichtfachbereich (Sport, HH, mt-Bereich) aus organisatorischen Gründen auf Nachmittagsstunden zugreifen, obwohl oft Schüler in der 5. und 6. Stunde Zeit hätten und keinen Unterricht haben, etwa weil die Einfach-Turnhalle belegt ist oder Fachlehrer an diesen Tagen der Schule nicht zur Verfügung stehen. Hier entstehen Betreuungszeiten für Schüler zwischen 11.20 Uhr und 13.00 Uhr, deren Förderfähigkeit anfangs diskutiert worden sind. Nach traditionellem Schema würden Schüler mit dem Schulbus heim gebracht und um 13.30 oder um 15.00 Uhr wieder angeliefert. Diese Schüler sollen das Mittagessen und das organisierte Ganztagsangebot mit Freizeit und / oder Hausaufgabenhilfe nutzen können, notfalls eben unter Verzicht auf Fördergelder in dieser Zeit. BOK
|
 |
Diese Freizügigkeit scheidet aber aus pädagogischen Gründen für Schüler des Berufsorientierungskurses (BOK) aus. Sie haben an zwei Tagen der Woche ab 11.20 Uhr keinen Unterricht, weil sie z.B. in KBB und Musik jeweils nicht teilnehmen. Das pädagogische Anliegen würde durch ein Verlassen des Schulhauses in dieser Zeit geradezu karikiert. Manche Schüler würden in der Mittagszeit die Raucherecke, die Tankstelle oder den inoffiziellen Jugendtreff aufsuchen. Sie zum Bleiben zu verpflichten und etwa zum selbständigen Erledigen der Hausaufgaben anzuhalten, wird diesen Schülern, nach vier anstrengenden Unterrichtsstunden, auch nicht gerecht. Die lange Zeit von 120 Minuten Pause (bis 13.30 Uhr) im Schüler-Café sind ebenfalls nicht zuträglich. Deshalb empfiehlt sich hier ein 60 Minuten Arbeitseinsatz in der BOK-Werkstatt (Garage der Kunstwerkstatt). Der im letzten Schuljahr über Arbeitsgemeinschaften organisierte Schulversuch bestätigt die Sinnhaftigkeit solcher alternativer Rhythmisierungsversuche. Wenn sich gegen 12.30 Uhr dann 15 Minuten Pause, von 12.45 Uhr bis 13.15 Uhr gemeinsames Mittagessen, danach weitere 15 Minuten Pause an Kicker oder Billard anschließen, haben die BOK-Schüler wieder Kraft für eine fordernde Mathe-Förderstunde oder auch für Hausaufgaben. 12.30 Uhr – Essen in zwei Schichten Aber auch andere Schüler haben in der 6. Stunde keinen Unterricht. Daher empfiehlt sich in Deining ausdrücklich, eine erste Schicht der Schüler bereits um 12.30 Uhr, spätestens 12.45 Uhr essen zu lassen. Die Schüler, die um 13.00 Uhr Unterrichtsende haben, essen dann um 13.10 Uhr. Es wird angestrebt, dass die Schüler in festen, bleibenden, familienhaften Tischgemeinschaften mit Betreuern oder sogar Lehrern essen. Die Schulleitung will und kann Lehrer natürlich nicht verpflichten. Viel wird davon abhängen, ob das Mittagsangebot und das Ambiente letztlich auch für die Lehrer interessant ist. Von innovativen Ganztagsschulen hört man jedenfalls, dass Lehrkräfte sagen, auch sie selber seien anders bzw. neu „rhythmisiert“ worden und fühlten sich wohler. So könnte alltäglich beim Mittagessen eine Situation entstehen, wie sie Schülern und Lehrkräften nur im Schullandheim begegnet. Der Schulleiter persönlich hofft immer noch auf seine Schüler-Lehrer-Eltern-Tischgruppe, die mit ihm das Projekt „Gemeinsam gehen wir von dick nach dünn“ gestaltet -
|
 |
 |
| Unser erstes 4-Seiten Prospekt (Juli 2005) |
|
 |
 |
Und der Schulleiter hofft ferner, dass Halbtagsschüler beim Verlassen des Schulhauses sich wünschten, sie könnten jetzt mit den anderen Schülern gemeinsam essen. Deshalb favorisierte er als Raum für das Mittagessen von Anfang an einen Wintergartenanbau neben dem Eingangsbereich, was der Bürgermeister dankenswerter Weise sofort unterstützte. Auf keinen Fall darf die Mittagssituation einer Bahnhofskantine gleichen, wo Schüler grölend kommen und gehen, in schnellstmöglicher Zeit das Schnitzel verzehren, um als erste den Kicker zu besetzen. Genauso unattraktiv ist im Gegenzug der Internatsspeisesaal mit einem disziplinierenden Erzieher, der mahnend durch die Tischreihen geht, selber natürlich nichts essen darf, weil er vorher oder nachher am Tisch der Elite speist. Bis zum Stand Dez 04 hat sich jedenfalls ergeben, dass einige Lehrkräfte das schmackhafte und reichliche Essen ebenfalls gerne nutzen. Die meisten Schüler sitzen gerne an einem Tisch mit dem Lehrer, die wenigen, die das nicht wollen, müssen´s ja nicht.
12.30 Uhr bis 13.30 Uhr – freies Angebot – Bewegungsdrang Spätestens ab 12.30 Uhr ist eine der Betreuerinnen als Ansprechpartnerin für Schüler verfügbar, die sich im Freizeitbereich des Ganztagsangebotes aufhalten. Sie sorgt sich „mütterlich“, wenn ein Schüler motiviert/animiert werden muss. Die Schüler dürfen ihrem Bewegungsdrang entsprechen, ggf. in der Turnhalle auf Matten springen, können die Ausstattung des Pausenhofes nutzen oder die frei zugänglichen Spiele und Angebote des Ganztagsbereiches. Vielleicht kann hier auch schon eine AG oder eine Entspannungsmaßnahme greifen. Lehrkräfte der VS Deining, die um 12.15 eine Pause haben, nutzen diese Gelegenheit auch gerne, die Betreuerinnen auf Hausaufgaben-Defizite von Schülern hinzuweisen. 13.30 Uhr – musikpädagogisch-therapeutischer Ansatz
|
 |
|
Während manche Schüler selbständig in einer Rückzugsecke ein Buch lesen, ruhige Spiele genießen oder in der Yoga-AG (mit Frau Funk-Pflug, Lin / Frau Haagen-Schimbera, Lin) auf einer ISO-Matte ruhen, erfahren andere Schüler, 20-30 Minuten vor der Hausaufgaben-Kernzeit, besondere Zuwendung von Frau Stöckl-Lang, Dipl.Päd. In der „Oase“-(Silentium-)Raum des Ganztagsbereiches werden Klänge erfühlt, Schwingungen natürlicher, großvolumiger Instrumente gespürt, Gerüche von Duftölen erlebt, oder Oberflächen auf dem Pfad der Sinne mit Händen und Füßen ertastet. Mit dem Stundenplan der Schule klug vernetzt gelingt derartige Betreuung an allen Tagen. FöLin z.A. Evelyn Haberstroh z.B. kennt die Zusammenhänge von Klangschalentherapie und bringt sich pädagogisch mit ein. Mit Michael Palmer, Irmi Bauer, Jutta Obwandtner und nicht zuletzt dem Schulleiter selber verfügt die Schule über eine Vielzahl musikalischer Lehrkräfte, so dass die Nachhaltigkeit von Investitionen in diesem Bereich gesichert wäre. Das Video zum Schulspiel (Anlage) belegt eindrucksvoll diese Tatsache. Entsprechend reichhaltig ist das Angebot von vernetzbaren Arbeitsgemeinschaften. Auf diese Art und Weise können Schüler nach dem Essen und nach den Phasen der Bewegung und Ausgelassenheit wieder beruhigt werden und mit Konzentrationsübungen oder Methoden der Montessori-Pädagogik auf die Hausaufgabenzeit eingestimmt werden.
13.45 Uhr bis 15.15 Uhr - Hausaufgabenzeit - Förderzeit
Nach der Zeit des Ausgleichs, der Bewegung und der Therapie folgt konzentriertes Arbeiten in den Hausaufgabengruppen, aber auch verschiedenartiger Förderunterricht (z.B. LRS). Manche Schüler sitzen freiwillig vielleicht schon seit 13.30 Uhr an ihren Heften, andere beginnen um 13.45 Uhr. Ab 14.00 Uhr gibt es aber für die nächsten 60 Minuten keine Alternative zum Stillsitzen. Es ist Hausaufgabenzeit.
|
 |
|
 |
Eine Hausaufgabengruppe, vornehmlich 9. Klassler, arbeiten in einem eigenen Bereich selbständig an ihren Aufgaben. Der Raum ist weitgehend verglast und von vielen Seiten gut einsehbar. Natürlich dürfen sie zur Klärung eines Problems die Betreuerin aufsuchen. Schüler, die eine Gruppenhausaufgabe erledigen müssen, suchen einen anderen Raum auf. Die Betreuerin schaut gelegentlich vorbei. Drei Computerarbeitsplätze (Terminallösung mit einem einzigen PC), stehen für Hausaufgaben zu KBB, GTB, Informatik, für das Erstellen von Power-Point-Präsentationen, für Internet-Recherchen usw. im Hausaufgabenbereich zur Verfügung. Im Freizeitbereich für Computerspiele und Chat sollten diese Rechner nicht verwendet werden, damit sie für ernsthafte Arbeiten funktionsfähig bleiben. Stattdessen stehen im Schüler-Café weitere Terminals, die vom Betreuerzimmer eingesehen, ggf. abgeschaltet werden können. |
 |
 |
| Flash-Animation zu Gleichungen |
|
 |
 |
Andere Schüler haben infolge von Leistungsschwächen ständigen Bedarf an Hilfestellungen. Sie werden durch mehrere Betreuer in verschiedenen Gruppen durch die gesamte Hausaufgabenzeit begleitet. Verhaltensauffällige Schüler brauchen Platz für eine weitläufige Verteilung im Raum, nach Möglichkeit mit Stellwänden zwischen den Arbeitsplätzen auch vor gegenseitigem Sichtkontakt geschützt. Sie brauchen die ganze Aufmerksamkeit einer weiteren Betreuerin, müssen in z.T. sehr kleinen Gruppen ermutigt und gelenkt, notfalls von einer Betreuerin mit Kompetenz zur Krisenintervention therapiert werden. Um 15.00 Uhr geht die Hausaufgabenbetreuung in Aufräum- und Ordnungstätigkeiten über. Nur wenige Schüler wollen noch "fertig machen".
Ab 15.15 Uhr gehen manche Schüler nach Hause, weil die Eltern es so wünschen, andere bleiben im Freizeitbereich und beschäftigen sich selbst. Weitere Schüler gehen vielleicht zur Schulband, andere in den Sportunterricht. Weitere Schüler nutzen das Angebot zur sinnvoll verbrachten Freitzeit, etwa das Dienstagskino im Haus. 15.15 Uhr bis 16.30 Uhr – Aktivitäten zur sinnvoll verbrachten Freizeit
|
 |
|
 |
 |
Die Leiterin des Projekts zur Nachmittagsbetreuung wird eine ständige Aufgabe darin sehen müssen, selbst und zusammen mit Kindern ein interessantes Freizeitangebot zu erstellen. Regelmäßige Besuche am örtlichen Fun-Park, eine Kurzwanderung zum Trockenrasenhang, im Winter eine Fahrt ins Heimatmuseum Sulzbürg oder im Sommer auch mal eine Fahrt nach Neumarkt ins Freibad sind möglich. Hier können in Absprache mit den Eltern Betreuungszeiten vielleicht auch einmal überschritten werden. Andererseits ist ein reichhaltiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften der Schule in diese Überlegungen einzubeziehen. AGs finden entweder als regelmäßige Veranstaltungen des Wochenplanes statt (z.B. Schulband), oder verdichten sich auf kürzere Zeiträume (Schulchor), bis hin zu Projekten von wenigen Wochen, die dann aber auch den Freitag Nachmittag oder Samstage für die Arbeitszeit nutzen (Pausenhofgestaltung). Dazu muss die Leiterin den Kontakt zu den anbietenden Lehrkräften suchen, die Eignung der betreuten Kinder z.B. für bestimmte AGs mit den Lehrkräften besprechen, Schüler ggf. zur Teilnahme motivieren, eben familienhaft denken und sorgen und die Eltern informieren. Der Blick auf den späten Nachmittag eines ganz normalen Donnerstags ganz dies verdeutlichen. So kann im Wintertrimester etwa ein Schlagzeug-Kurs stattfinden, der ggf. durch einen Schlagzeuglehrer (externen Lehrbeauftragter) angeboten wird. Gespräche mit den Eltern bezüglich der Zuzahlung müssen natürlich geführt werden. Zur sozialen Gerechtigkeit kann der Trägerverein durch Zuschüsse beitragen. 14.30 Uhr – Werkstattbetrieb im Berufsorientierungskurs An Tagen, die für die BOK-Schüler keinen Nachmittagsunterricht aufweisen, werden die Schüler praktische Arbeiten in der Werkstatt erledigen. Dafür wird man externe Praktiker und Handwerker für Lehraufträge gewinnen. An zwei Nachmittagen die 8. Klasse, an zwei Nachmittagen die 9. Klasse. Dazu kommen für die 9. Klasse an 2 Tagen je 1 Stunde von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, für die 8. Klasse an einem Wochentag 1 Stunde von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Beide Gruppen gemeinsam werden demnach 11 Stunden (je 60 Minuten) betreut. Die zu erstellenden Produkte orientieren sich in enger Absprache mit der Klassenlehrkraft meist an taktil erfahrbaren Modellen und Gegenständen, passend zum Wochenplan der Lehrkräfte, z.B. Mathematik. Eine Präsentation für Herrn Lacler veranschaulichte dies anlässlich seines Besuches an der Schule. Die Mittagsbetreuerinnen haben bereits zu Beginn dieses Schuljahres damit begonnen, mit Tee, Obst und Joghurts eine „kleine Mittagskultur“ aufzubauen. Schüler, die als Selbstversorger Speisen von zu Hause mitbringen, erfahren im Schüler-Café Gemeinsamkeit beim Essen. Für appetitlich frische Waren steht ein Kühlschrank offen, der morgens zur Ablage zugänglich ist.
|
 |
|
Stärken, ermutigen, entspannen
Wie ein roter Faden ziehen sich die Bereiche "Musik", "Kunst", "Sport", "Medienkompetenz", "Videographie", "Praxis", "Konzentration / Medidation" und "Projektarbeit" durch die Literatur zum Thema "Ganztagspädagogik". Seit Jahren bietet die Volksschule Deining eine Vielzahl attraktiver Arbeitsgemeinschaften, denn gerade diese Bereiche "werden in Deining durch kompetente Lehrkräfte repräsentiert. Jedenfalls darf der Nachmittag nicht nur den Hausaufgaben (dem Kopf) gewidmet werden, sondern muss auch Freizeit und Ausgleich (Herz und Charakter bilden) im Auge haben. Nach 90 Minuten Hausaufgaben – 60 Minuten daraus intensivste Konzentration – sollte das Pflichtpensum erledigt sein. Mehr würde sowohl in der traditionell häuslichen Umgebung als auch in der Ganztagsbetreuung zur Überforderung der Schüler führen. Die Ganztagsbetreuung würde "verschult". Schwerpunkt A:
(von Claudia Stöckl-Lang, Dipl.Päd.)
1. Musiktherapeutischer Ansatz in der Nachmittagsbetreuung
|
 |
|
 |
 |
Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Musiktherapie unterstreichen die enorme Kraft der Musik. Der Verfasserin ist bekannt, dass viele musikpädagogische Maßnahmen und Projekte an der Schule Deining bereits verwirklicht werden. Die Sozialpädagogische Konzeption mit Schwerpunkt „Musik ist Bewegung von Geist, Körper und Seele“ knüpft am vorhandenen Standart der VS Deining an, erweitert diesen aber deutlich um die erlebnisorientierte Komponente am natürlichen Instrument.
1.1 Musik bedeutet Ausdruck von Lebensfreude
Den SchülerInnen sollen sich neue Möglichkeiten eröffnen, ihren Körper und damit verbunden ihre Gefühle wahrzunehmen und zu verarbeiten. Die heilenden Kräfte der Musik auf Körper, Geist und Psyche sollen wirksam werden und den Schülern weitere Perspektiven öffnen.
1.2 Musik als Urerfahrung gehört zum Menschen
Das Musizieren des Menschen ist zutiefst mit der Entwicklung der menschlichen Kultur verwoben. Schon lange vor dem Aufkommen der Schrift kann der Gebrauch von Musikinstrumenten nachgewiesen werden. (Info FH Heidelberg FB Musiktherapie)
Musik und Gesundheit stehen in engem Zusammenhang (vgl. hippokratische und pythagoräische Lehre vor ca. 2500 Jahren), Musik und Tanz gehörten im damaligen Griechenland zum essentiellen Bestandteil der Heilkunst. (Info FH Heidelberg FB Musiktherapie)
Alle Menschen, ob gesund oder krank, haben, bevor sie sprechen lernten, intensiv mit ihren Eltern musikalisch kommuniziert und so die Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen erlernt und erprobt. Lautstärke , Klangfarbe, Tonhöhe und Tempo sind gemeinsame Elemente von Musik und Sprache. Diese elementare Ansprechbarkeit verlernen wir in unserem ganzen Leben nicht mehr. (Info FH Heidelberg FB Musiktherapie)
Menschen besitzen ein „Rhythmisches Urwissen“, das schon im Mutterleib stimuliert wird. „Schließlich ist der erste Klang, der in unser gerade entwickeltes Gehör schwingt, der Puls der Mutter.“ Auch der Atem gehört zu den elementaren Körperrhythmen. (Info FH Heidelberg FB Musiktherapie)
2. Die positive Wirkung der Musik – Musik ist Therapie
2.1. Verbesserung der Sprachfähigkeit Musik überlistet das Gehirn: Über das melodische Empfinden, das in der rechten Gehirnhälfte sitzt, kann der Patient die verbliebene Sprachfähigkeiten in der linken Gehirnhälfte aktivieren...“
2.2. Auch unmusikalische Menschen profitieren von musiktherapeutischen Angeboten es ist kein Notenlesen usw. erforderlich – die Instrumente sind auch ohne Vorkenntnisse zu spielen, z.B. Trommeln, einfache Klanginstrumente ...
2.3. „Die Möglichkeit, unterdrückte Gefühle wie Angst und Wut spontan in Töne (Bewegung) umzusetzen, gehört zu den großen Stärken der Musiktherapie. Es gibt hier einfach keine sprachlichen Barrieren“... Bezug zur Kunst – Psychohygiene im Alltag durch die Musik (Vgl. in Zeitschrift Forschung und Wissen „Heilen nach Noten“)
3. Das Trommeln als elementare Erfahrung des Menschen wieder entdecken und fördern
3.1 Trommeln ist Rhythmus
Das ganze Leben ist Rhythmus in den unterschiedlichsten Geschwindigkeiten. Das Herz schlägt, Ein- und Ausatmen, Tag und Nacht, Sommer und Winter, Leben und Tod. Rein physikalisch gesehen ist jegliche Materie Schwingung und somit Rhythmus. Das gleichförmige Trommeln von einem Rhythmus wird in vielen Kulturen, besonders bei den Schamanen, zu Heilungszwecken eingesetzt.
3.2 Improvisation – Kreativität - Konzentration
Ein Aspekt des Trommelns ist das Improvisieren und das freie Spiel. Hierbei kann Kreativität entfaltet und Gefühlen Ausdruck verliehen werden. Tommeln ist Meditation. Der Idealzustand beim Trommeln ist ein Zustand des Nicht-Denkens, ähnlich wie bei der Meditation. Das Erlernen der Rhythmen erfordert Konzentration. Häufiges Trommeln ist demnach ein Konzentrationstraining.
|
 |
|
 |
 |
Trommeln bedarf der Körperbeherrschung und schult Körperbewusstsein und Körperkontrolle. Beim Trommeln werden Blockaden bewusst erlebt und können sich durch häufiges Wiederholen auflösen. In der Art und Weise des Trommels zeigt sich die Persönlichkeit. Deshalb kann Trommeln als Mittel zur Selbsterfahrung dienen.
Trommeln als seelischer Ausgleich
Das Trommeln wurde schon in Urzeiten von allen Kulturen bei Zeremonien und Ritualen verwendet und erfüllte die Menschen mit einem einzigartigen Gefühl der Zusammengehörigkeit, verbunden mit Freude und Lebenskraft ... Die Trommel mit ihrem ureigenen, erdverbundenen Klang bietet uns in diesem industriellen Zeitalter einen seelischen Ausgleich und wirkt sich sehr positiv auf unseren Gemütszustand aus.
Trommeln ermöglicht Kommunikation ohne Sprache
3.3 Angestrebte unterschiedliche Methoden:
Circle Drum – Trommeln ohne Vorkenntnisse
Percussiongruppe – erlernen unterschiedlicher Rhythmen
Positive Gemeinschaftserlebnisse beim „miteinander Trommeln“,
die Kraft der Rhythmen spüren – psychohygienische Effekte des Trommelns erfahren
Kennenlernen unterschiedlicher Kulturkreise durch das Trommeln
Einüben unterschiedlicher Trommelmuster: afrikanische - indianische - südamerikanische ... Rhythmen
Kreativer Einsatz - musikpädagogische - therapeutische Spiele – Malen –
Tanzen – Singen – Phantasiereisen
TA-GE-TI-NA - Ryhthmusschule nach Reinhard Flatischler -
(Percussionist aus Österreich)
„Die vier Rhythmussilben (ta-ge-ti-na), ohne semantischen Inhalt, sind der Name für ein methodisches Gebinde, das eine heilsame Wirkung für Körper, Geist und Seele verspricht“
„Einverleibung“ von Rhythmen (Körperpercussion) durch Laufen-Klatschen-Gehen-Sprechen ... in der Gruppe - Übertragung von Rhythmus auf den Körper. „Diese Selbstverständlichkeit von Rhythmus lässt Frust raus und Lust zu“. (vgl: R. Flatschiner in: Wege-Magazin 1/2003 S.7)
4. Raum für Stille – Raum der Sinne – Seele auftanken – Kraftraum
- Klangerlebnisse
- Sinne erfühlen-spüren-tasten
Klangerlebnisse ermöglichen
|
 |
Klangerlebnisse sind keine Musik im üblichen Sinn, die mit Noten zu belegen wäre. Es sind vielmehr Klangimpulse und Klangreize, die das menschliche Ohr und alle damit verbundenen Sinne erreichen. Diese Klangerlebnisse wirken auf Körper, Geist und Seele.
Im Körper werden alle Zellen in Schwingung gebracht und somit der Energiefluss aktiviert. Der Geist wird durch die Tiefenentspannung von den Ängsten befreit, wodurch Vergangenes verarbeitet und neue Wege erkannt werden. Die Seele findet „im Tiefen“ ihren inneren Frieden. Durch die Tiefenentspannung werden auch die Selbstheilungskräfte aktiviert. Die eingesetzten Klanginstrumente sind Klangschalen, die aus Tibet kommen, mit unterschiedlichen Klangvolumen und Klangtönen, verschiedenartig große Gongs, Zimbeln, Glocken und das Monochord, vor allem aber tief tönende, großvolumige Instrumente.
Klangschalen-Massage:
Die Klangschalen-„Massage“ (Klangschalentherapie) ist ein individuell abgestimmtes Klangerlebnis und hat die Harmonisierung von Körper, Geist und Seele zum Ziel. Die Methode ist sehr meditativ und lehnt sich an fernöstliche Heilformen an. Eine oder mehrere Klangschalen werden auf den Körper aufgelegt und angestimmt. Die Schwingungen bringen dann dem Körper Ruhe und Entspannung, was sowohl vorbeugende Wirkung als auch ein Aktivieren der Selbstheilungskräfte zur Folge hat.
Die besondere Wirkung des Monochords
Es war der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras, der die harmonisierende Wirkung von Tönen und architektonischen Proportionen auf den Menschen erforschte. Er experimentierte dabei mit dem "Monochord", einem Instrument mit nur einer Saite, auf dem er den Steg unter der Saite verschieben konnte, so dass er entweder zwei gleich lange Teilsaiten erhielt oder eine kürzere und eine längere. Bei bestimmten ganzzahligen Verhältnissen dieser Längen, die in der Musik der Quint, Quart, Terz etc. entsprechen, tönten die beiden Teilsaiten harmonisch für den Menschen. Die griechischen Tempel, die entsprechend dieser Erkenntnisse gebaut wurden, wirkten sowohl körperlich wie auch seelisch harmonisierend auf ihre Besucher.
Auf dieser harmonisierenden Wirkung beruht auch die heutige Konstruktion des Monochords. Streng genommen ist es zwar kein Einsaiten-Instrument, es sind jedoch alle rund 50 Saiten auf den gleichen Ton gestimmt. Das Monochord wird so gebaut, dass die Saiten möglichst viele Obertöne erzeugen. So entsteht ein Klangvolumen, dessen Wirkung auf den Menschen ebenso harmonisierend und heilend ist wie ein griechischer Tempel.
|
 |
Man kann so die Vibrationen des Monochords im ganzen Körper spüren. Die schwingenden Töne übertragen ihre harmonisierende Wirkung auf die körperliche und seelische Ebene. Mit dem Spielen des Monochords wird dem Menschen Harmonie geboten und da, wo er körperlich oder seelisch aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann er sich wieder in die Harmonie einschwingen und so Heilung finden. Das Monochord wird sowohl für körperliche wie auch für seelische Belange eingesetzt. Die Wirkung wird als außerordentlich tiefe Entspannung wahrgenommen, in der Heilung geschehen kann. Benützer berichten u. a. über spontanes Verschwinden von Migräne und Schmerzen, Besserung bei Depression, Aufsteigen von Lösungsideen für Probleme, Verschwinden von Jetlag, erwünschtes Einsetzen von Wehen sowie körperlich-seelische Regeneration bei Erschöpfung. Die Menschen reagieren verschieden stark auf das Monochord - immer jedoch positiv.
(Informationen von Frau Dr. Marianne Rutz, 8700 Küsnacht)
- Stille zulassen und Musik bewusst wahrnehmen
- Meditation, sich zurückziehen, entspannen, Abstand gewinnen, neue Kraft
schöpfen
- Farbe – Düfte – Licht – Wasser – positive entspannende Atmosphäre schaffen.
5. Singen von Volks-, Wander- und Kinderliedern aus der Oberpfalz und ganz Bayern
Gitarre – Akkordeon – Liederbücher
6. Kunst und Musik – malen nach Musik
Im Rahmen des Kunstunterrichts stellt man vermehrt fest, dass immer weniger Kinder sich auf ihre Arbeit konzentrieren, nicht in ihr ‚versinken’ können. Sie entwickeln zu wenig Kreativität und Ausdauer, um ihr Kunstwerk wirklich‚ geplant’ und sorgfältig fertig zu stellen. Diese Fähigkeit wieder zu erlangen, bietet sich im Rahmen der Ganztagesbetreuung an. Die Schule kann Kurse anbieten, in denen ohne Zeitdruck des Lehrplans, auch andere zeitaufwändigere Techniken erprobt werden. Gedacht ist hier speziell auch an ein großformatiges Arbeiten, das eine ganz andere Wahrnehmung der Umgebung, des eigenen Körpers und der Arbeitsweise erfordert. -------------------------------------------------------
Schwerpunkt B: zu Pädagogische Zielsetzung der Ganztagsbetreuung
(zusammengefasst von Evelyn Haberstroh, FöLin)
Viele Hauptschüler zum optimalen Schulabschluss
|
 |
Individuelle Förderung von Schülern, von M-Kursen bis zu Nachhilfeunterricht, steht in Deining ganz vorne und kann künftig mit der Nachmittagsbetreuung, etwa zur Hausaufgabenzeit, gut vernetzt werden. Schülern zu helfen, den für sie optimalen Abschluss und Anschluss zu finden, muss oberstes Ziel der Schule sein.
Aber zunehmend befinden sich auch Schüler in der Hauptschule, die den Hauptschulabschluss voraussichtlich nicht erreichen werden. Eltern und Schüler wollen oder können diese Tatsache oft erst nachvollziehen, wenn wirklich alle Möglichkeiten an Schulbesuchsjahren ausgeschöpft worden sind. So gelangen Schüler, deren Schulpflicht längst erfüllt ist, in die 8. oder sogar 9. Klasse. Kennzeichnend für sie ist, dass auch die erfolgreiche Berufsvorbereitung bzw. Berufswahl oft schon daran scheitert, dass sie keinen Praktikumsplatz finden. Die Hauptschullehrkräfte entwarfen ein Konzept, das besonders auch auf die Ganztagsbetreuung setzt, weil sie solchen Schülern eine echte Chance bietet.
Deshalb kommt auch der Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe besondere Bedeutung zu. Zwar wird sozial schwachen Familien vom Förderverein finanziell geholfen und sie werden im Umgang mit Behörden durch Lehrer, Ganztagspädagogen und Schulleitung unterstützt. Doch genügt dies oft nicht. Bisweilen braucht es Hilfe zur Erziehung. Im Gegenzug kann die Jugendhilfe des Landkreises von dieser Kooperation mit der Schule profitieren. Das Deininger Modell hat schon bewiesen - gar manche finanziell aufwändige Maßnahme, wie die Heimunterbringung, kann sich der Staat sparen, wenn durch Ganztagsbetreuung nur erst mal ein geordneter Rahmen auch für Kinder von Familien mit schwierigen Erziehungssituationen geschaffen worden ist.
Der Berufsorientierungskurs (BOK) an der Volksschule Deining
(ein Kurs in 9, ein Kurs in 8)
I. Zusammensetzung
Seit Beginn des Schuljahres 2003/2004 gibt es, als pädagogischen Versuch, zuverlässige Ganztagesbetreuung bis 16.30 Uhr für fünf Schüler der 9. Jahrgangsstufe. Es wurde versucht zu klären, ob auch in Deining ein ganztägiger Aufenthalt in der Schule mit Ansätzen einer anderen Rhythmisierung, bei gleichzeitig erhöhtem Praxisbezug des Hauptschulunterrichts, einer bestimmten Schülergruppe hilft, den Hauptschulabschluss erfolgreich abzulegen. Mit den Eltern wurde dazu ein schriftlicher Vertrag (ähnlich einem Arbeitsvertrag) geschlossen. Die pädagogische Maßnahme bedeutet, dass die Schüler in den Unterrichtsstunden die Regelklasse verlassen, wenn sie mental überfordert werden. Sie sollen dann lieber Tätigkeiten mit körperlicher Bewegung durchführen und Aufgaben mit sinnvollen Inhalten, am besten den Mathematikunterricht betreffend, bearbeiten. Materialien zu Freiarbeit für sich selber, aber auch für Grundschulklassen können so entstehen. Vier Stunden am Stück sind meist genug für diese Schüler; sie sind nicht länger aufnahmefähig.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es tatsächlich möglich ist, trotz oder gerade durch unterrichtliche Reduzierung auf das Wesentliche, Schülern über die Hürden zu helfen.
|
 |
Der Kurs bestand in einem vergangenen Schuljahr z.B. aus fünf Schülern (vier Jungen und ein Mädchen), nachdem zu Beginn des Schuljahres ein weiterer BOK-Schüler den Druck auf seine Eltern so verstärkt hatte, dass sie ihn wieder herausgenommen haben. Die Schüler besuchten dazu den Unterricht in der Regelklasse 9, die sie nicht selten nur mit „Versetzung aus pädagogischen Gründen“ erreicht hatten und schrieben dort auch die allgemeinen Probearbeiten mit.
Diese Schüler wurden vormittags hauptsächlich betreut durch die Klassenleitung, pädagogisch und organisatorisch am Nachmittag durch Rektor Lang, der dafür eine AG-Stunde hatte. In den abzuleistenden Praxisstunden waren sie bei Karl Kohn, Versorgungstechniker. Mit seiner Persönlichkeit und Arbeitshaltung ist er ein großer Gewinn, auch für die Pädagogik im Haus. Allen Lehrkräften ist er zuverlässiger Partner und Helfer, den Schülern ein respektabler Freund. Ohne ihn wäre der hohe Praxisbezug des Unterrichts auch in Regelklassen nicht zu verwirklichen.
Im Berufsorientierungskurs BOK greift folgendes Prinzip: Die Schüler lernen in praxisorientierten Arbeiten (siehe Beispiele) „begreifbare“ Mathematik im wahrsten Sinne des Wortes kennen, sich mit Mitmenschen – im Berufsleben Kunden genannt – auseinanderzusetzen, problemlösend zu denken und zu experimentieren.
|
 |
Eingerichtet wurde dieser Kurs ausschließlich aus pädagogischen Gründen. Da sich eine zunehmende Zahl an solchen Schülern abzeichnet, bedarf es besonders für sie einer anderen Rhythmisierung des Unterrichts und einer noch größeren Notwendigkeit zum Praxisbezug und zu „begreifendem“ Lernen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Überweisung in P-Klassen, sofern man sie dort überhaupt genommen hat, z.B. in Neumarkt, eher nicht gewinnbringend war, da der Milieuwechsel sogar noch negativ verstärkte.
Zudem kommt noch hinzu, dass leistungsfähige, zielorientierte Schüler zu Verlierern werden, wenn unverhältnismäßig große Anteile der Zuwendungen von Lehrern für Problemschüler aufgebraucht werden. Oft sind diese Schüler nachmittags allein, weil beide Elternteile berufstätig sind. Daher haben manche Schüler auch kein geordnetes Mittagessen. Es entwickelt sich eine zunehmende Schülerzahl mit defizitärer Tischkultur. Auch ein Bewegungsausgleich fehlt! Die Anzahl Jugendlicher (Schüler), die in der Kommune zum „Störfaktor“ werden, (Treffpunkte: Bushäuschen, Saufhütte) steigt.
II. Schüleranamnese (...)
III. Schuljahr 03/04 – Die Aussichten, die Pläne …
Der schulische Erfolg zeigt bislang, dass zwei, vielleicht sogar drei der BOK-Schüler das Klassenziel und damit den regulären Hauptschulabschluss schaffen können, einer oder zwei trotz aller Bemühungen ihr Ziel nicht erreichen werden. Trotzdem sind bei ihnen auch positive Begleiterscheinungen aus sozialpädagogischer Sicht erkennbar. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt im Landkreis Neumarkt klappt hervorragend. Nach SGB VIII § 25 werden einige Grund- und Hauptschüler bzw. deren Eltern unterstützt. Damit ist oft eine große Hürde bei der Überzeugungsarbeit für die Ganztagsbetreuung genommen. Leider gibt es aber immer wieder auch sehr beratungsresistente Familien. Hier muss man dann oft passen. Sofern sich Schüler aber bereits im 10. Schulbesuchsjahr befinden, kann man bei Beratungsresistenz von Schülern und Eltern aber auch mal den Antrag auf weiteren Schulbesuch ablehnen, wenn allein diese Option manche Eltern erst überzeugt.
|
 |
|
 |
 |
Natürlich sollen Lehrer keine Sozialarbeiter, Psychologen, Familientherapeuten und kein Elternersatz werden. Die Bereitschaft der Deininger Lehrkräfte in diesen Nachbardisziplinen zu arbeiten ist groß, darf aber nicht übermäßig beansprucht werden. Fortgedacht werden kann dieses Modell aber in der Einrichtung einer jahrgangsübergreifenden Ganztagesklasse. Voraussetzung dazu wäre allerdings, dass die VS Deining bei den wenigen jährlich neu genehmigten Ganztagesklassen berücksichtigt würde, damit der Unterricht konsequent anders rhythmisiert und auf den ganzen Tag verteilt werden kann. Dabei fielen zusätzliche Lehrerstunden im Deputat an, die wertvolle Unterrichtsangebote möglich machen, die zur Hälfte auch von Lehrkräften aus dem mt-Bereich übernommen werden könnten. Allerdings – und das ist nicht frauenfeindlich gedacht – bräuchte es dazu männliche Lehrkräfte. Eine (vielleicht sogar bessere) Alternative zum Einsatz von Lehrkräften wäre die Anstellung von Sozialpädagogen, die dann aber umgekehrt bereit sein müssten, in der Nachbardisziplin des Lehrerberufes, also auch für Wissensvermittlung zu arbeiten und - nach Rücksprache mit Lehrkräften - z.B. zum Erreichen ordentlicher Abschlüsse beitragen.
IV. Praxis in Beispielen
Alle nachfolgend dargestellten Themen wurden in enger Kooperation mit der Klassleiterin aufgegriffen und behandelt. So waren die für Mathematik nutzbaren Ergebnisse bzw Modelle auch den Regelschülern eine Hilfe.
1. Die Formel-Maschine
|
 |
 |
| weitere Beispiele - klick auf Bild |
|
 |
 |
Die Prozent-/Zinsrechnung ist bekanntlich für viele Schüler schwer zu "begreifen". Nun sollte ein Modell hergestellt werden, dass die folgenden Formeln durchschaubarer, soweit möglich sogar haptisch-taktil "begreifbar" macht.
Grundwert (G) * Prozentsatz (p)/100 = Prozentwert (P)
G = P · 100/p ; p = P · 100/G
Genauso dann bei Jahreszinsen Monatszinsen Tageszinsen
Zum Bild: Die Formelmaschine ist fertig. Jetzt muss sie nur noch beschriftet werden.Die Input-Output Röhren sind auswechselbar. So wird aus der Prozent- die Zinsmaschine.Ist das Ergebnis (Prozentwert, Zinsen) bekannt, läuft die Maschine rückwärts. Alle Vorzeichen ändern sich.
2. Geo im Freien – Matrix
|
 |
Die Idee eines 1x1-Brettes wurde geboren. Auf der Vorderseite sollte das bekannte 1x1-Gitter zu sehen sein und um es für die Freiarbeit nutzen zu können, musste auf der Rückseite das entsprechende Ergebnis stehen. Dieses kann man kontrollieren, indem man einen Holzdübel durch die gebohrten Löcher steckt und das Brett wendet. Der BOK-Kurs übertrug dieses Brett auf ein Grundstück vor dem Schulgebäude.
Ein Ar wurde dabei mit Eisenstangen in Quadratmetern abgesteckt und mit Zahlenkärtchen an den Hauswänden bestückt. Nun kann man im Rahmen des Geometrie-Unterrichts eine genaue Quadratmeterzahl abstecken, dadurch den Begriff einer bestimmten Flächengröße erlangen und gleichzeitig das Einmaleins lernen. Die Schüler gewinnen außerdem einen Begriff des Raumes, seiner Lage, Größe und seiner Zusammenhänge, da sie sich mit dem ganzen Körper darin bewegen.
3. Mathe begreifen – Pythagoras
|
 |
"Begreifen" ist hierbei das Stichwort! Nur wenn sie etwas wirklich mit Händen oder Körper begriffen und erfahren habe, können sie es auch im Kopf Kopf verstehen. Zu diesem Zweck fertigten die Schüler des BOK-Kurses, zusammen mit Hausmeister Kohn, ein großes Flächenmodell für die Aula (bzw. im Sommer für den Pausenhof) zum Satz des Pythagoras. Das verbreitetste Kantenverhältnis ist hierbei 3/4/5 und wird auch häufig in Handwerksberufen gebraucht. Das Grundgerüst hierzu bildet ein Metallrahmen (mit Boden) der mit Pflastersteinen (20x20 cm) ausgelegt wird. Die Rechnung a² + b² = c² wird hier anschaulich und begreifbar. 4x4 Pflastersteine + 3x3 Pflastersteine sind genauso viel/haben die gleiche Fläche, wie 5x5 Pflastersteine. Der rechte Winkel gegenüber der Hypotenuse wird deutlich.
4. BOK baut Eigentumskästen
Eigentumskästen, von denen jedes Kind einen zugeteilt bekommt und in denen Bücher, Malkasten, etc. ihren Platz finden können. Das wäre toll, schwärmten Frau Fruth und Michael-Steindl aus der 3. Jahrgangsstufe. Auch die Förderlehrerin, Frau Haberstroh, könnte für ihr Material einen solchen Schrank gebrauchen. Katalog zur Hand genommen und die Ernüchterung war groß: Finanziell sind solche Schränke kaum erschwinglich! Doch auch hier war schnell eine Lösung gefunden: Die Einzelkästen wurden im nahe liegenden Baumarkt gekauft und nun konnten die BOK-ler ihr Können unter Beweis stellen! Zunächst wurden die Pläne für die einzelnen Schränke ausgeklügelt, dann mithilfe eines Zeichenprogramms entworfen und schließlich in Gemeinschaftsarbeit umgesetzt. Auch die Situation des Auslieferns an den Kunden mit Erklärung und Einweisung wurde durchgespielt. Ein Strahlen ging über die Gesichter.
5. Arbeit bringt Geld
|
 |
Eine Abdeckung für das Strom-Aggregat sollte es sein, die im Fahrzeug als Sitzfläche dient und gleichzeitig herausnehmbar wäre, als kleiner Tisch, etwa zum Frühstücken, verwendet werden kann. So die Wünsche des zahlenden Kunden, der in diesem Fall Rektor Lang war. Der Schüler sollte erfahren, dass es sich rentiert, zu arbeiten, weil man für die erbrachte Leistung finanziell entlohnt wird. Hausmeister Kohn erteilte handwerkliche Ratschläge, so dass der Schüler diesen Auftrag prompt erfüllte.
Ferienarbeit (August): Hausmeister Kohn ersetzte, zusammen mit einem Schüler der künftigen 9. Klasse, Daniel, die Mädchentoiletten. Auch dieser bekam hierfür Geld.
.
6. Ersatzpraktikum für BOK-Schüler
Die Praktikumswochen der 8. Jahrgangsstufe laufen. Leider war es für drei Schüler nicht möglich, eine geeignete Stelle zu finden. Daher leisteten sie in dieser ersten Woche ein schulhausinternes Praktikum ab, bei welchem sie die Pläne zur Schulhausumgestaltung für die Ganztagsbetreuung in ein maßstabsgerechtes Modell von 1:20 umsetzten. Dabei haben sie lediglich Pläne, Material und den Maßstab erhalten und sollten bis Wochenende das Modell fertig stellen, was ihnen auch hervorragend gelungen ist. Diese Schüler sollten auch im kommenden Schuljahr als BOK-ler beschult werden. Sie wussten, dass sie ihren künftigen Lebensraum mitgestalten sollen.
7. BOK – Pläne und Ideen
|
 |
a) Gleichungswaage (wurde inzwischen anders realisiert) Waagemodell aus Holz, zum Erlangen bzw. Festigen des Gleichungsbegriffs über haptisch-taktile Handlungen: Benötigt werden dazu kleine undurchsichtige Stoffsäckchen mit der Beschriftung x. Von vornherein muss geklärt werden, dass die Menge in den Säckchen immer die selbe sein muss, da zwar der Buchstabe x für eine Variable steht, jedoch in einer Gleichung immer den gleichen Wert hat. Ein Schüler oder Lehrer befüllt die Säckchen und verteilt diese auf die Waagschalen: In diesem konkreten Fall 4 Säckchen auf die linke, 1 auf die rechte Seite. Hinzu kommen rechts 6 sichtbare Gewichte, auf die Linke 12. à 4x+6 = 12+x/-6 -x à 3x =6/:3 à x=2 Fazit: in einem Säckchen müssen sich 2 Gewichte befinden.
b) Modell zur Raumdiagonalen Körpermodell aus Styropor, das von einem Kantenmodell aus Metall eingerahmt und herausnehmbar ist. Der Styroporquader wird in der Raumdiagonalen geschnitten und diese eingezeichnet. Somit entstehen 2 auseinandernehmbare Dreiecksäulen, durch die die Schüler die Entstehung der Raumdiagonale im Tun "begreifen" können.
c) Gleichungswand Stecktafel mit regelmäßiger Löcherung, an der jeweils eine bewegliche x- und y-Achse angebracht ist. Mithilfe von Steckern, Schnüren, Gummis, Stäben kann somit eine lineare Gleichung im großen Raum gesteckt und handlungsvollziehend verfolgt werden.
8. Werkstatt
|
 |
Die Garage im alten Schulgebäude unterhalb der Kunstwerkstatt wird zu einer Praxis-Werkstatt ausgebaut. Ausgestattet mit einer persönlichen Werkbank und einer persönlichen, verschließbaren Werkzeugkiste kann jeder Schüler praktisch arbeiten. Stärker als bisher beim Federmäppchen sollen Schüler motiviert werden auf das wertvolle Werkzeug zu achten, was sie nächstes Jahr in der Lehre ja auch beherzigen sollten. Ein PC im Ganztagesbereich ermöglicht die Projektplanung und -darstellung. Außerdem befinden sich hier die persönlichen Spindschränke der Schüler, in welchen sie ihre Arbeitskleidung und ihr Eigentum aufbewahren können. Zur Vermeidung möglicher Missverständnisse: Die Annahme, dass es sich hier ausschließlich um verhaltensauffällige und potentielle Schüler von P-Klassen handelt ist nicht richtig. Gerade auch sehr anständige Schüler, die zur Freude ihrer Eltern oder Verwandten in deren Betrieben helfen, dort motiviert mit schwerem Gerät und mit Maschinen arbeiten, statt sich an Schularbeiten zu setzen, werden sinnvoller Weise im Abschlussjahr dieses Angebot nutzen.
Anhang: Ein Text, der den Gestaltern des Deininger Modells - in ihrer Auffassung von der Funktion der Lehrenden und zu den Komponenten des Unterrichts - so sehr entsprochen hat, dass man ihn dem Zuschussantrag beigefügt hat. Montessori-Schule Unterneukirchen Private Volksschule (Grund- und Hauptschule) des Montessori-Fördervereins im Landkreis Altötting e.V.
staatlich genehmigt
Hilger 1a 84579 Unterneukirchen
Tel. 08634 - 984660 Fax. 08634 - 984662
eMail: MontessoriSchUNK@AOL.com http://www.montessorischule-unterneukirchen.de
Unsere Pädagogik Unsere Pädagogik baut auf den Prinzipien Maria Montessoris auf. Nach ihrer Ansicht trägt jedes Kind in sich einen inneren Bauplan, dessen ungestörte Entwicklung es zu begleiten gilt. Während besonderer sensibler Phasen gibt es Entwicklungsschübe in bestimmten Bereichen. Die Kinder tun sich dann besonders leicht, etwas zu lernen, was ihnen später wieder schwerer fällt. Kinder haben von Natur aus eine starke Konzentrationsfähigkeit, von Maria Montessori als Polarisation der Aufmerksamkeit beschrieben. Sie konzentrieren sich auf ihre selbstgewählte Aufgabe ganz und gar und lassen sich auch nicht von ihrer Umgebung stören.
Zur Unterstützung des Lernens entwickelte Maria Montessori konkretes Arbeitsmaterial nach dem Motto: vom Greifen zum Begreifen. Dieses Material ermöglicht es, neue Erkenntnisse zu erlangen und selbstständig damit zu üben. Um vom Erwachsenen möglichst unabhängig zu sein, findet das Kind bei den meisten Materialien Lösungen zur Selbstkontrolle vor.
Kinder bevorzugen bei allen Sachthemen die Reihenfolge: vom Großen und Ganzen zum Einzelnen. Maria Montessori greift diese Vorgehensweise in ihrer Kosmischen Erziehung auf. Ihre ganzheitliche fächerübergreifende Sichtweise umfasst alle Bereiche des Lebens und Lernens: die Naturwissenschaften, die Mathematik, den Umgang mit Sprache, das Körpergefühl, den kreativen Ausdruck, handwerkliche Fähigkeiten und die Frage nach den religiösen Wurzeln der Menschen.
Die Funktion der Lehrperson ist nicht die einer Belehrenden, sondern die einer Begleitenden und Unterstützenden. Er/sie versucht, die Stärken der Einzelnen zur Geltung zu bringen sowie die Schwächen zu fördern. Eine Hauptaufgabe der Lehrer ist es, eine vorbereitete Umgebung zu schaffen, die im richtigen Maße Anreize, Motivation und Gelegenheit zum Erarbeiten und Üben bietet.
Komponenten des Unterrichts: in der Freiarbeit finden die Kinder, angeleitet und unterstützt durch den Lehrer, selbstständig Arbeitsmaterialien. Dies ist die Hauptarbeitszeit in der Montessori-Schule. Hier erlernen sie die Kulturtechniken auf eigenem Weg genauso wie sie in allen Bereichen des Wissens forschen können. In Projektarbeit werden spezielle Themen behandelt, Kinder erarbeiten dort eigenständig Lösungen und tragen diese den anderen vor. In den Arbeitsorten (z.B. Werken, Musik, Schulspiel und oft auch im Sport) werden Kurse angeboten, bei denen die Kinder gemeinsam mit Schülern anderer Klassen des Hauses tätig sein können.
Besonders wichtig ist uns die Persönlichkeitsentwicklung. Selbstbewusstsein, die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, Motivation, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und Teamarbeit sind nicht nur Anforderungen im späteren Berufsleben oder einfache Schlagworte, sondern sie werden bei uns - sozusagen nebenbei - durch die Art der Unterrichtsstruktur gefördert. Wir wissen, dass es nicht nur gilt, die kognitive Intelligenz zu fördern. Eine gut entwickelte emotionale und soziale Intelligenz sind genauso wichtige Bausteine für Lebensglück und Berufserfolg.
Copyright Montessori-Schule Unterneukirchen / last Change: 08.01.2003
Nachgekartet (von Heinz Lang) In Zeiten, wo z.B. qualifizierte Ingenieurleistungen durch große deutsche Unternehmen in Indien zu einem Zehntel der Lohnkosten eingekauft werden und damit bei uns die Berufschancen selbst für künftige Akademiker immer geringer werden, sinkt die Hoffnung auf berufliche Anschlüsse für unsere Schüler noch mehr. Darüber nachzudenken, ob und wie man dem "Offshoring" (engl. zu dt.: "der Küste vorlagern" - so nennt die Wirtschaft das Verlagern von Arbeit in Niedriglohnländer) Einhalt gebieten oder ausgleichen kann, ist weniger Aufgabe der Lehrer, als die der Gesellschaft und der Politik. Vielleicht aber können wir unseren Schülern wenigstens das Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben, dass sie aus sich das Bestmögliche herausgeholt haben und in einigen Jahren nicht ihr eigenes Versagen als Ursache für ihre möglicherweise trostlose Situation sehen.
Vielleicht haben wir ihnen in unserer Schule den Teamgeist aufgezeigt und vorgelebt, der ungeahnte Ideen und Kräfte ermöglichen kann und der dazu befähigt, sich in der Not selber zu helfen (vgl. i-NET-menue, Schüler-Café, Eltern für Eltern, Pausenhofgestaltung ...). Viele unserer Schüler werden aber weder Teamgeist noch Selbstbewusstsein haben, wenn wir uns nur am Vormittag - womöglich mit den Unterrichtsmethoden der vergangenen Jahrzehnte - um sie kümmern und sie am Nachmittag wie bisher sich selber überlassen. Ihnen gerecht zu werden versuchen wir durch individualisierende Methoden und Förderung. Natürlich garantiert auch unser Aufwand am Nachmittag keinen Erfolg, aber er ermöglicht eine weitere pädagogische Chance; dazu eine Chance auf mehr Bildungs- gerechtigkeit, dazu eine wirtschaftliche Chance nicht zuletzt für Famílien, die durch die Veränderungen unserer Zeit auf zwei Einkommen angewiesen sind. ( 2005-12-05 lg )
|
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
|
 |
 |