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Grundschule und Mittelschule Deining

Der Deininger Igel
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Haben wir es nicht gesagt?

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Was wir Deininger Pädagogen schon seit langem anmahnen, der Schulleiter zuletzt in der Neujahrsansprache thematisiert hatte, wird nun in der Politik mit Forderungen an die Schule konkretisiert. Es geht um die Gerechtigkeit beim Erreichen von Bildungsabschlüssen. Zehn bis 15 Jahre will man sich dafür Zeit geben.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Es geht nicht an, so die Landtagsfraktion der in Bayern regierenden Mehrheit, dass im Landkreis Starnberg 60 % der Grundschüler ans Gymnasium übertreten und im Landkreis Cham in bestimmten Bereichen nur 19%. Wir meinen: Genauso wenig geht es an, dass etwa ein Deininger Hauptschüler weniger leicht den Qualifizierenden Hauptschulabschluss erreicht als ein Nürnberger, noch dazu, wenn Kultusminister Schneider akutell verlauten lässt, dass er das Durchstarten von der Hauptschule zum Abitur über die "Berufliche Oberstufe (FOS/BOS)" weiter ausbauen will, die Hauptschüler also noch bessere Chancen zum Erreichen des Abiturs erhalten sollen.

Eine Frage des Handelns

Wir haben dieses Problem vor Jahren bereits erkannt und in Konferenzen zum Teil hart miteinander um den richtigen Weg gerungen. Wir in der Deininger Schule dürfen stolz auf uns sein. Mit unserer Förderung in Lernwerkstätten für die Durchführung der Praxisanteile beim QA , mit der Aufwertung mündlicher Leistungen in Rhetorik und Präsentation, mit der AG-Übertritt, mit Hausaufgabenbetreuung und den Fördermaßnahmen BOK/Quali-Go, mit Nachhilfeunterricht und Förderplan im Ganztagsbetrieb und mit der Portfolioarbeit haben wir genau richtig reagiert bzw. dem nun folgenden politischen Druck für Deining zumindest den Wind aus den Segeln genommen.

Eine Frage der Absichten 

Wir begrüßen politische Konsequenzen aus den PISA-Erkenntnissen. Ein paar Fragen an Gesellschaft und Politik bleiben jedoch noch:
Ist es Zufall oder wieder ein Sieg bestimmter Verbände, wenn man gerade in Zeiten sinkender Schülerzahlen erkennt, dass man mehr Schüler auf das Gymnasium lassen muss? Will man die höhere Zahl von Abiturienten durch mehr Förderung in den abgebenden Schulen (Grund- und Hauptschule) oder durch ein Absenken des Schwierigkeitsgrades von Prüfungen erreichen? Wenn, wie es jetzt geschieht, 400 Lehrerplanstellen von den Grund- und Hauptschulen in die Realschulen und Gymnasien verlagert werden, spricht das nicht gerade für die Absicht verstärkter Förderung in unseren Schultypen. 

Eine Frage der Zeugnisse 

Um nicht missverstanden zu werden: Wir Lehrkräfte können ganz gut mit einem Absenken vor allem der unnötigen Hürden leben. Wir praktizieren bei uns gerne eine neue Lernkultur, wo Kinder motiviert am Thema und nicht für Noten lernen. Auch wir halten es für ungerecht, dass Kinder nichtbayerischer Eltern leichter an die Hochschulen gelangen, als unsere eigenen. In Bayern braucht es "zentral gestellte Aufgaben" für den Qualifizierenden Hauptschulabschluss, in anderen Bundesländern noch nicht einmal für die Mittlere Reife oder das Abitur.

Wir Lehrkräfte brauchen grundsätzlich auch den Kult um Zeugnisse nicht, der uns in den nächsten Wochen wieder Stress einbringt. Wir könnten gut damit leben, nur Auszüge aus unseren Notenblättern an die Eltern zu geben, vielleicht sogar öfter als die Zeugnisse. Wir könnten gut damit leben, wenn die aufnehmenden Schulen ohne uns entscheiden würden, welche Schüler sie wollen. Dann könnte man uns auch nicht Fehlentscheidungen vorwerfen. Wir machen das alles nur so lange wir müssen. Aber wir Lehrkräfte sollten baldmöglichst wissen, wohin die Reise gehen soll. Denn zehn oder 15 Jahre ist aus unserer Sicht eine zu lange Zeit für Ungerechtigkeit beim Zuweisen von Lebenschancen.  


(2006-01-14, lg)
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