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Keiner hat darüber geklagt. Das ist nicht der Grund, warum ich dazu etwas sage. Vielmehr fällt auf: Wir nehmen diese Situationen offensichtlich als unsere erziehliche Alltagsarbeit an und verwenden trotzdem zusätzliche Energie darauf, positive Ereignisse des Schullebens zu organisieren, denn keine Lehrkraft war zu irgend einer dieser Maßnahmen gezwungen. Selbst die Entlassfeier ist längst nicht an allen Schulen eine Abendveranstaltung. Diese Haltung in unserem Kollegium finde ich einfach Klasse! Wenn so viel über das Pflichtmaß hinaus noch an der Schule geschieht, wie es in dieser Homepage - unserer Alternative zum Jahresbericht - sichtbar wird, zeigt das mehr als deutlich die Einstellung und Qualität der Mitarbeiter. Ob Schule gelingt, hängt ganz entscheidend von den Lehrkräften ab. Wenn sie nur ihre Pflicht tun würden, sähe unsere Schule für alle Beteiligten völlig anders aus, optisch und pädagogisch. Wenn nicht so viele verschiedene Personen an so vielen verschiedenen Themen so selbständig und so zuverlässig arbeiten würden, wäre diese Fülle des Schullebens auch gar nicht möglich. In allen Jahrgangsstufen wurde Hervorragendes geleistet.
Und erst wenn dieser Satz objektiv so stehen bleiben kann, können sich auch ergänzende Untersützungsmaßnahmen durch Elternarbeit und Ganztagsbetreuung - möglicherweise bald auch Schulsozialarbeit - voll entfalten. Deren Saat fiele auf mageren Boden ohne eine engagierte Lehrerschaft. Und mit dieser Aussage nimmt man unserer Dankbarkeit den engagierten Eltern und den Betreuern gegenüber nichts weg. Ihre Arbeit kann beflügeln und entscheidend entlasten, jedoch nur mit geringem Erfolg, wenn die Lehrerschaft dies nicht unterstützen würde.
Alles selbstverständlich ? Sicher läuft man Gefahr, dass diese Leistungen irgendwann als selbstverständlich genommen werden. Die meisten unserer Schüler und Eltern erleben ja kein schulisches Negativbeispiel. Deshalb sehe ich eine wichtige Aufgabe in der Tätigkeit des Schulleiters darin zu verhindern, dass unsere hohe Bereitschaft für Mehrarbeit als Selbstverständlichkeit genommen wird und immer wieder deutlich zu machen, dass wir zu Vielem, was wir tun, keine Bringschuld hätten. Dies ist für mich auch ein wesentliches Motiv zur Gestaltung und ständigen Ergänzung dieser Seiten. Erfreulicher Weise erkennen auch 1. Bürgermeister Scherer und viele Gemeinderäte das Engagement der Deininger Lehrkräfte an. Erfreulich auch, dass sie mit der Zustimmung zu Portfolio- und Lernwerkstattschränken eine weitere Chance auf Fortentwicklung der neuen Lernkultur und mehr Gerechtigkeit ermöglichen, immerhin mit je 2000,- Euro für vier Klassen. Freilich heißt das für uns Lehrer zunächst wieder "methodische Veränderung, veränderte Planung, Unsicherheiten, Gesprächsbedarf, selber Lernen, sogar die Gefahr zu scheitern, unter dem Strich also Belastungen", wie es Landrat Löhner bei der Einweihungsfeier so treffend formulierte. Auf längere Sicht soll der Vorteil entstehen, dass unsere interpretierenden Leistungsfeststellungen (Noten) auch bei uns weniger Stress verursachen, weil der Schüler und seine Eltern durch Vorlage der authentischen Ergebnisse die Noten besser nachvollziehen können und, etwa bei einer Bewerbung, ein Lehrherr sich ein eigenes Bild von den Ergebnissen des Bewerbers machen kann.
Zunächst aber haben wir uns den Urlaub redlich verdient. Leider dauert er keine sechs Wochen! Aber das muss ich an dieser Stelle nicht erklären.
Danke für Ihren Einsatz im abgelaufenen Schuljahr! Heinz Lang, R 05-07-22 (Weihnachtsgrüße 2005)
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