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Traditioneller 30. Neujahrsempfang |
Der 30. Neujahrsempfang in Deining fand am 1. Januar 06 im Pfarrheim statt. Pfarrer Brems hatte diesen Empfang vor 30 Jahren initiiert. Nach Grußworten des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden brachten der Bürgermeister, der Landrat, der Schulleiter und der Pfarrer Redebeiträge. Markus und Nicole bereicherten das Programm mit Liedern von der Biermößlblasn und von Haindling. Bürgermeister Alois Scherer hatte in seinen Worten u.a. darauf hingewiesen, dass in Deining das Netzwerk für Familien noch stärker ins Auge gefasst werden soll und passend zum Angebot des Kindergartens und zum Ganztagsbetrieb der Schule noch verbessert werden muss und Landrat Albert Löhner hatte die Notwendigkeit zur Selbsthilfe über den Agendaprozess angemahnt, als der Schulleiter seinen Redebeitrag beginnen konnte.
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Rede des Schulleiters Zu den Redebeiträgen von Bürgermeister (klick zur deining.de), Landrat und Pfarrer stellen wir demnächst die Presseberichte ein. Die Rede des Schulleiters in den wesentlichen Teilen. Verehrte Anwesende!
Sie sind in Deining die Multiplikatoren. Das ist für mich Grund und Motivation, die Möglichkeit zu nutzen, mich mit ein paar Worten an Sie zu wenden, auch wenn das Aufstehen am 1. Januar zugegeben stets schwer fällt. Bis auf einmal (Anm. Erkrankung) habe ich es auch immer geschafft. Vielen Dank Herr Landrat für die Steilvorlagte in Ihrer Rede. Ich kann nahtlos anknüpfen. Die Schule hat den Agendaprozess – hier Schulentwicklung genannt – weit voran gebracht. Stärker aber, als andere kommunale Gruppen, muss die Schule auch die Wissenschaft in ihre Überlegungen einbinden. In Deining hat man deshalb Professor Sacher von der Uni Nürnberg-Erlangen im Boot. Dieser gefällt mir vor allem durch seine deutliche Aussprache, worum ich mich ja auch stets bemühe.
Das Deininger Team arbeitet viel - und zwar freiwillig
Wenn der Professor in Anlehnung an die PISA-Ergebnisse z.B. feststellt, dass Schüler für die gleiche Leistung in Mathematik die Note 2 oder 5 erhalten können, je nachdem, an welcher Schule und bei welchem Lehrer sie sind, dann kann uns das als Lehrer doch nicht einfach kalt lassen und wir machen so weiter wie vorher. Diese Aufgabe (Anm. Direkte Leistungsvorlage und Portfolio) haben wir Deininger uns im April 2005 vorgenommen und den Professor eingeladen, zu einer Zeit also, als die Ganztagseinrichtung (Anm.: vorangegangener Baustein zur Schulentwicklung) noch nicht einmal eingeweiht war. Die Lehrkräfte in Deining kümmern sich um sehr viel, was sie so nicht machen müssten und sie machen dies freiwillig. Und wissen Sie: So etwas kann man nämlich auch gar nicht anordnen, auch Sie im Verein nicht. Unser Konrektor z.B. ist 60 geworden. Der macht wirklich viel – aber nicht weil es angeordnet ist, sondern weil er die Notwendigkeit erkennt. Aber auch andere, viel jüngere Lehrer wie den Herrn Schwarz kann man dazu nicht zwingen. Wenn ich ihn verpflichten würde, z.B. Vorschläge für die Schulhaussanierung zu bringen, schreibt er mir eben einen Zettel. Das war´s! So kämen wir nicht weiter. Da braucht es die Bereitschaft, in vielen Stunden im Team ausführlich nachzudenken und zu diskutieren.
Bewegung gehört untrennbar zum Leben - auch zum Schulleben
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Nun könnte man sagen: Wir haben in Deining doch schon soviel geleistet. Machen wir jetzt mal eine Pause mit der Entwicklung. Ich habe hier ein Spielzeug mitgebracht. Einen sogenannten Slimy. Er war vor einiger Zeit modern. Jetzt sieht man ihn nicht mehr so oft, aber es gibt ihn noch. Der hier ist neu und noch kalt. Wenn er etwas gebraucht ist und warm, fließt er ganz leicht, aber auch zäh durch meine Finger. Wenn ich verhindern will, dass er auf den Boden und damit in den Dreck fällt, muss ich ihn dauernd in Bewegung halten, also meine Hände bewegen. (Anm: Der Schulleiter bewegt den Slimy dauernd in den Händen und spricht weiter) So verhält es sich auch mit dem Leben. Zu wenig Bewegung ist schädlich. Schauen Sie mich an. Ich bewege mich körperlich zu wenig. Ich will aber heute von der geistigen Bewegung sprechen.
Viele von Ihnen (Anm. die Anwesenden Gäste) stehen an der Spitze eines Vereins. Machen Sie doch einmal eine Pause - also ein halbes Jahr nichts! Sie werden mir recht geben: Es funktioniert nicht. Die Probleme holen Sie ein. Und wenn sie dann nicht handeln, wird sich der Verein ganz schnell und deutlich verändern. Die Probleme, die Ihnen begegnen, verändern sich nämlich ebenso rasant. Auch bei uns in der Schule ist das so. Es ist ständig Bewegung. Probleme von früher sind weniger wichtig oder es gibt sie nicht mehr, aber neue Probleme kommen dazu. Sie und wir brauchen Bewegung wie dieser Slimy hier. Ein Beispiel: Seit etwa einem halben Jahr haben Digitalkameras einen Verkaufspreis erreicht, den sich jedes Kind leisten kann. Viele Schüler haben so etwas bereits im Handy. Und damit fotografieren sie dann auch. Jetzt könnten wir Lehrer sagen, bei uns eben nicht.
Wer nicht handelt, wird behandelt
Dann erkennen wir aber auch nicht die Probleme, die damit verbunden sein können und die Probleme verlagern sich in die Freizeit. Was könnten die Kids also fotografieren? Denken sie mal zurück, als sie noch zehn oder zwölf Jahre alt waren. Was wurde da gespielt? Herr Pfarrer, hören Sie doch bitte mal kurz weg! (Anm: Allgemeines Gelächter) Ihr Gelächter zeigt mir, dass ich nicht näher darauf eingehen muss. Ich muss aber warnen: Interessenten für solche Bilder gibt es (Anm: Auf eine Vertiefung seiner Sorgen in diesem Zusammenhang ging der Schulleiter nicht ein, aber wenn die Schule vielleicht im kommenden Jahr zum Thema "Missbrauch von Kindern" aktiv wird, haben die Vereinsvorstände das Anliegen schon einmal vernommen. Und spätestens, wenn der erste junge Mensch, z.B wegen Bilder, die über das Internet oder über MMS-Händys verbreitet wurden, unsäglich kompromittiert und in seiner Ehre tief verletzt, einen Selbstmordversuch hinter sich gebracht hat, wird die Gesellschaft reagieren und von der Schule Handlungen zum Thema fordern. Kultusministerielle Schreiben werden folgen). Adolf Kolping hat gesagt: „Wer nicht handelt, wird behandelt!“ Man kann also allenfalls über das Tempo der Bewegung nachdenken, lieber Pfarrgemeinderatsvorsitzender (Anm.: Dieser hatte in seinem Beitrag im Zusammenhang gemahnt - vgl. Pressebericht unten), nicht aber über die Frage, ob man sich bewegt. (Anm: Der Schulleiter packt den Slimy wieder in seinen Plastikbehälter) Jetzt regt mich das Ding auf, aber ich hätte den Slimy vielleicht auch an jemand anders weitergeben können, der mich ablöst. Vielleicht hätten Sie alle mitgeholfen und wir hätten ohne Anstrengung den Slimy stundenlang in Bewegung halten können. (Anm.: Teamarbeit macht ausdauernd und stark).
Werte im Wandel
Und es geht uns Deininger Lehrkräften vor allem immer auch um Werte. Die Gesundheit z.B. ist so ein Wert. Sie ist natürlich etwas sehr Wichtiges. Aber – und hier widerspreche ich der allgemeinen sprichwörtlichen Behauptung – sie ist nicht das Wichtigste im Leben! Sonst hätten ja Kranke das Wichtigste am Leben nicht mehr.
Die Überzeichnung der Bedeutung von Gesundheit in unserer Gesellschaft kommt von der neuen Religion, Herr Pfarrer, der Gesundheitsreligion nämlich. Die Gesundheitsreligion hat alles, was andere Religionen auch haben. Hohe Priester, Gerechte und Ketzer, Gebote, Sünden und Todsünden. Rauchen ist heute ziemlich schlimm und verwerflich, also beinahe Todsünde (Anm.: Allgemeines Gelächter. Die Anwesenden wissen, dass der Schulleiter starker Raucher ist.). Dies zeigt: Werte verändern sich dauernd. Was vorher richtig war, das ist heute falsch und was vorher falsch war, das ist heute richtig. Denken wir nur an das Beispiel Homosexualität. Manche Werte kann man teilen, manche vielleicht auch nicht und man muss man sich trotzdem anpassen oder neue Lösungen finden. (Ein Gesetzentwurf der Bay. Staatsregierung sieht vor, dass im Schulgelände ab August 2006 nicht mehr geraucht werden darf.) Wenn es denn keine Lösung gibt und das Rauchen auch in versteckten Ecken nicht sein darf, dann wird der Schulleiter von Deining eben am Vormittag nicht rauchen und, wie andere Schulleiter auch, um 13:00 Uhr das Schulhaus verlassen. Dann ist eben das andere, was er am Nachmittag und Abend bisher im Schulhaus so gemacht hat, nicht so wichtig (Anm.: wie die im Gesetz angestrebte Vorbildfunktion der Lehrkräfte beim Thema Rauchen).
Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2006 viele Partner im Team, die sie dabei unterstützen, dass ihr Leben gut bewegt ist . Ich wünsche Ihnen Gesundheit. Und ich freue mich auch auf eine noch stärkere Zusammenarbeit mit anderen Partnern im Netzwerk für Deininger Familien (Anm: Auf Schulsozialarbeit und Förder- und Freizeitplan in diesem Zusammenhang ging der Schulleiter aus Zeitgründen nicht mehr ein.)
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v.l.n.r.: der örtliche Vorsteher der ev. Kirchengemeinde, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, der Bürgermeister, der Landrat, der Schulleiter und der Pfarrer. (Bild: Ingmar Novak)
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BERICHT DER NEUMARKTER NACHRICHTEN
DEINING (bee) — Beim 30. Neujahrsempfang hat die Großgemeinde Deining im Pfarrheim das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Graml begrüßte unter anderem Pfarrer Wolfgang Jäger, Kaplan Sibi Manickathan, Diakon Janusz Stanczak, Bürgermeister Alois Scherer, Landrat Albert Löhner, Rektor Heinz Lang und Konrektor Karl Sippl im Deininger Pfarrheim.
„Schneller, weiter, höher“, so Michael Graml, seien die Schlagworte in unserer heutigen modernen Gesellschaft, die vor allem in den Bereichen Sport und Arbeit spürbar zum Tragen kommen. Doch müsse man sich endlich ins Bewusstsein rufen, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann. Es sei eine Illusion, auf diese Art und Weise glücklich werden zu wollen oder gar zu können. Denn ein jeder brauche auch Zeit zum Kräftesammeln und Auftanken.
Funktionierendes Gemeinwesen
Bürgermeister Alois Scherer hieß im Anschluss alle Anwesenden willkommen. Er hielt einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse des Jahres 2005, zunächst global betrachtet, dann im speziellen auf die Großgemeinde Deining bezogen. Wichtigste Voraussetzung für das bisher Erreichte und für die Umsetzung zukünftiger Ziele sei ein funktionierendes Gemeinwesen.
Landrat Albert Löhner hob hervor, dass Lebensqualität vor Ort am besten spürbar sei. Sie aufrecht zu erhalten erfordere ehrenamtliches Engagement.
Heinz Lang, Rektor der Volksschule Deining, zeigte die Wichtigkeit und die Notwendigkeit auf, das Leben zu gestalten und zu bewegen. Der Fortschritt, so Pfarrer Wolfgang Jäger, der als letzter Redner nach vorne trat, sei nicht aufzuhalten. Aber darüber hinaus gelte es, Dinge, die sich bis dato als gut erwiesen haben, zu erhalten und zu bewahren.
Musikalisch umrahmt wurde der Jubiläums-Neujahrsempfang von Nicole Sippl (Gitarre) und Markus Moosburger (Harmonika).
(2006-01-03 lg) zum Bericht vom Vorjahr zum Bericht von 2007
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Übersicht: Unsere Veröffentlichtungen zum Thema "Gefahren für unser Kind".
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