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Grundschule und Mittelschule Deining

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An die Lehrkräfte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich wollte diese Zeilen ursprünglich im nichtöffentlichen Bereich unserer Seiten promoten und mache es nun doch öffentlich. Nach der allgemeinen Meinung würden wir in der Schule jetzt, am Schuljahresende, eigentlich ja nichts mehr arbeiten, hätten zwar noch ein wenig Arbeit mit den Zeugnissen, die ja
– auch nach öffentlicher Meinung – mit dem Computer ganz einfach zu erstellen wären (Dass diese kostenlosen Programme   mit ihren ständigen "Verbesserungen"  selbst von einem Computer-Profi   immer wieder mühsam neu erlernt werden müssen,   wissen nur wenige Insider.) und begäben uns dann 6 Wochen in Urlaub. Der bekannte Spruch: Im Sommer Schullehrer sein und im Winter Maurer! 

Worüber wir berichten

Wie unsere Homepage gerade in diesen Juli-Tagen beweist, reichte die Titelseite gerade noch aus, um die zusätzlichen Ereignisse in einer einzigen Schulwoche darzustellen. Dass gerade solche Beiträge zum Schulleben mehr Arbeit und Einsatz erfordern als die gewohnte Alltagstätigkeit, wissen alle, die einmal z.B. ehrenamtlich für einen Verein ein Fest oder eine Fahrt organsiert haben. Vom Beurteilen und Zeugnisschreiben, vom alltäglichen Lernen durch Üben und Vertiefen, was natürlich gleichzeitig stattfindet, berichten wir ja nicht. Und wir können und wollen auch nicht veröffentlichen, dass auch in diesen Tagen z.B. der kleine Carsten-Sven völlig ausrastete, weil er sein Ritalin nicht bekommen hatte. Wir haben auch nicht unsere Streitschlichtung am Pausenhof bekannt gegeben und auch nicht die Mühen, die wir – leider vergeblich - aufgewendet haben, um einen Vater oder eine Mutter davon zu überzeugen, dass eine andere Schullaufbahn für das Kind die eindeutig bessere Lösung darstellen würde. Selbstverständlich veröffentlichen wir auch nicht die Namen der Kinder, die durch den persönlichen Einsatz des Lehrers an eine weiterführende Schule gelangt sind oder zu einer Lehrstelle gefunden haben. 

Keine Beschwerden
.


Keiner hat darüber geklagt. Das ist nicht der Grund, warum ich dazu etwas sage. Vielmehr fällt auf: Wir nehmen diese Situationen offensichtlich als unsere erziehliche Alltagsarbeit an und verwenden trotzdem zusätzliche Energie darauf, positive Ereignisse des Schullebens zu organisieren, denn keine Lehrkraft war zu irgend einer dieser Maßnahmen gezwungen. Selbst die Entlassfeier ist längst nicht an allen Schulen eine Abendveranstaltung. Diese Haltung in unserem Kollegium finde ich einfach Klasse! Wenn so viel über das Pflichtmaß hinaus noch an der Schule geschieht, wie es in dieser Homepage - unserer Alternative zum Jahresbericht - sichtbar wird, zeigt das mehr als deutlich die Einstellung und Qualität der Mitarbeiter. Ob Schule gelingt, hängt ganz entscheidend von den Lehrkräften ab. Wenn sie nur ihre Pflicht tun würden, sähe unsere Schule für alle Beteiligten völlig anders aus, optisch und pädagogisch. Wenn nicht so viele verschiedene Personen an so vielen verschiedenen Themen so selbständig und so zuverlässig arbeiten würden, wäre diese Fülle des Schullebens auch gar nicht möglich. In allen Jahrgangsstufen wurde Hervorragendes geleistet.


Und erst wenn dieser Satz objektiv so stehen bleiben kann, können sich auch ergänzende Untersützungsmaßnahmen durch Elternarbeit und Ganztagsbetreuung -  möglicherweise bald auch Schulsozialarbeit - voll entfalten. Deren Saat fiele auf mageren Boden ohne eine engagierte Lehrerschaft. Und mit dieser Aussage nimmt man unserer Dankbarkeit den engagierten Eltern und den Betreuern gegenüber nichts weg. Ihre Arbeit kann beflügeln und entscheidend entlasten, jedoch nur mit geringem Erfolg, wenn die Lehrerschaft dies nicht unterstützen würde.

Alles selbstverständlich ?

Sicher läuft man Gefahr, dass diese Leistungen irgendwann als selbstverständlich genommen werden. Die meisten unserer Schüler und Eltern erleben ja kein schulisches Negativbeispiel. Deshalb sehe ich eine wichtige Aufgabe in der Tätigkeit des Schulleiters darin  zu verhindern, dass unsere hohe Bereitschaft für Mehrarbeit als Selbstverständlichkeit genommen wird und immer wieder deutlich zu machen, dass wir zu Vielem, was wir tun, keine Bringschuld hätten.

Dies ist für mich auch ein wesentliches Motiv zur Gestaltung und ständigen Ergänzung dieser Seiten. Erfreulicher Weise erkennen auch 1. Bürgermeister Scherer und viele Gemeinderäte das Engagement der Deininger Lehrkräfte an. Erfreulich auch, dass sie mit der Zustimmung zu Portfolio- und Lernwerkstattschränken eine weitere Chance auf Fortentwicklung der neuen Lernkultur und mehr Gerechtigkeit ermöglichen, immerhin mit je 2000,- Euro für vier Klassen. 

Freilich heißt das für uns Lehrer zunächst wieder "methodische Veränderung, veränderte Planung, Unsicherheiten, Gesprächsbedarf, selber Lernen, sogar die Gefahr zu scheitern, unter dem Strich also Belastungen", wie es Landrat Löhner bei der Einweihungsfeier so treffend formulierte. Auf längere Sicht soll der Vorteil entstehen, dass unsere interpretierenden Leistungsfeststellungen (Noten) auch bei uns weniger Stress verursachen, weil der Schüler und seine Eltern durch Vorlage der authentischen Ergebnisse die Noten besser nachvollziehen können und, etwa bei einer Bewerbung, ein Lehrherr sich ein eigenes Bild von den Ergebnissen des Bewerbers machen kann.

Zunächst aber haben wir uns den Urlaub redlich verdient. Leider dauert er keine sechs Wochen! Aber das muss ich an dieser Stelle nicht erklären.

Danke für Ihren Einsatz im abgelaufenen Schuljahr!
Heinz Lang, R
05-07-22                                      (Weihnachtsgrüße 2005)

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