I-Net-Menue: bunt, flexibel
und erstaunlich einfach
Ganztagsbetreuung made in Deining Mit einem höchst innovativen Konzept werden Kinder an der Volksschule Deining ab dem neuen Schuljahr ganztags betreut.
Das Angebot, das Eltern und Schülern den Alltag erleichtern soll, ist vielseitig, flexibel und verblüffend einfach in der Umsetzung. Da gibt es zum einen Leistungspakete für Familien, in denen Vater und Mutter erwerbstätig sind oder die die Hausaufgabenbetreuung ihrer Kinder nicht übernehmen können. Die Kinder können ihre Arbeiten in Gruppen erledigen und bekommen bei Bedarf intensive Unterstützung beim Lernen. Zusätzlich gibt es Einzelnachhilfe und Angebote, die Schülern helfen sollen, ihren Schulabschluss zu erreichen. Zum anderen gibt es Leistungen für Schüler, die aus entfernteren Orten in der Gemeinde kommen und viel Zeit im Bus verlieren. Damit sie künftig zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht nicht nach Hause fahren müssen, können sie ihre Hausaufgaben in der Schule erledigen oder sich im Schüler-Café zusammensetzen. Während der Ganztagsbetreuung müssen die Kinder bei Weitem nicht nur still sitzen und lernen, wobei auch das in den neu gestalteten Räumen leichter fallen sollte als in einem Klassenzimmer. Es gibt vielmehr eine Menge Freizeitangebote, die die Schüler nutzen können. Damit sie das alles nicht mit leerem Magen tun müssen, gibt es täglich drei Menüs zur Auswahl. Im Preis von 2,50 Euro pro Essen sind immer ein Getränk sowie Salat oder Nachspeise enthalten.
Das Essen liefert die i-NET-Küche am Klinikum Neumarkt täglich frisch nach Deining. Und so funktioniert’s: Die Schüler verwenden Chip-Karten, die sie entweder für ihr Taschengeld-Konto bei einer der Banken schon besitzen oder sich dort jederzeit neu zulegen können. Die Eltern überweisen auf ein Konto, das vom Klinikum verwaltet wird, den Betrag, der für die Verpflegung ihrer Sprösslinge notwendig ist. Mit der Chip-Karte können die Kinder bargeldlos an einem Touch-Screen in der Aula oder per PIN-Nummer im Internet ihr Essen auswählen – bis zu einer Woche im Voraus und noch zweieinhalb Stunden, bevor die Mahlzeit auf den Tisch kommen soll. Ebenso kurzfristig sind Stornierungen möglich.
Bei der Bestellung erhält das Kind einen Bon, den es bei der Lieferung gegen das Essen eintauscht. Eltern und Schüler können Kontostand und Abrechnung ständig kontrollieren. Überzogen werden kann das Konto nicht, wenn nicht genug Geld einbezahlt wurde, ist auch keine Bestellung möglich. Ein entscheidender Vorteil für die Eltern: Sie wissen, dass ihr Kind das überwiesene Geld nur für das gesunde Essen ausgibt, das die Klinik-Küche liefert. Darüber hinaus gewinnen die Familien durch das Angebot enorm an Flexibilität. Programmiert und gewartet wird das innovative System, über das auch die Betreuungspakete abgerechnet werden, von der Schwarz Computer Systeme GmbH in Neumarkt. Das Unternehmen geht dabei in Vorleistung, weil Manfred Schwarz von dem Konzept überzeugt ist und darauf baut, dass es von anderen Einrichtungen übernommen wird. Auch Chefkoch Johann Hiller und Manfred Siegert, zuständig für Wirtschaftsangelegenheiten am Klinikum Neumarkt, setzen darauf, dass sie mit dem Pilot-Projekt in Deining einen Stein ins Rollen bringen. Für ihre Arbeit verlangen sie keinen Cent mehr als die 2,50 Euro pro Mahlzeit. Die finanzielle Unterstützung von Gemeinde Deining und Freistaat wird dafür verwendet, Personal für die Hausaufgabenbetreuung zu engagieren. Vorerst wird mit vier Kräften geplant. Vom Bund werden die nötigen Umbauarbeiten mit Kosten von mehr als 300.000 Euro zu 90 Prozent bezuschusst. Organisiert wird die Ganztagsbetreuung vom Förderverein der Schule, der überwiegend aus Lehrern besteht. Rektor Heinz Lang legt Wert darauf, dass alle 370 Schüler von dem innovativen Konzept profitieren. Auch Kinder, deren Eltern nicht auf Ganztagsbetreuung angewiesen sind, sollen die Möglichkeit haben, in der Schule zu essen, sofern die Kapazitäten es zulassen. Eine Befragung ergab, dass mindestens 25 Schüler täglich das Angebot nutzen wollen. Rund ein Jahr haben Lang und sein Team zusammen mit Manfred Schwarz und den Verantwortlichen vom Klinikum an dem Konzept gearbeitet. Sie wollten ein flexibles System und Qualität sowohl bei der Betreuung, als auch beim Essen („Nicht immer nur Leberkäse"). Nach Angaben von Lang gibt es kein vergleichbares System, das ähnlich günstig zu haben ist. Wie es sich bewährt, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Was die räumliche Ausstattung anbelangt, gewinnt die Deininger Schule im neuen Jahr ebenfalls dazu. Die Kinder können künftig in einem wohnlichen Aufenthaltsbereich sitzen, in familiärer Atmosphäre essen und in einer freundlichen Umgebung ihrer Freizeit gestalten. Zum Bild: Bewiesen jede Menge Einfallsreichtum, technisches Verständnis und Sinn fürs Praktische:
Lehrer Norbert Schwarz vom Förderverein, Manfred Schwarz von der Schwarz Computer Systeme GmbH und Rektor Heinz Lang (v.l.). QUELLE: Neumarkter Tagblatt, 09.09.2004, Violetta Fischer
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