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Grundschule und Mittelschule Deining

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Evaluationshilfe, weil nach der Probe vor der Probe ist.
Probenauswertung und Hilfe zur Erstellung von Proben


Dieses Excelblatt, so glauben die Verfasser (Lang, Zierer, Schwarz), hilft bei der Erstellung gerechter Probearbeiten und berücksichtigt die Vorgaben der Erziehungswissenschaft (vgl. Prof. Dr. Werner Sacher), des Deutschen Bildungsrates und orientiert sich an testtheoretischen Überlegungen. Damit sollen also keineswegs der tradierten Notengebung und einem verengten Leistungsbegriff das Wort geredet und alternative Möglichkeiten der Leistungsfeststellung unterschlagen werden, vielmehr soll hiermit dem Noten- bzw. Punktefetischismus ausdrücklich entgegnet werden, indem die Anwendung bewusst macht, was vor der Probe an Gestaltungsvariablen zur Verfügung steht und wie nach der Probe pädagogische Informationen zur Verfügung stehen können. Die Lehrkraft muss/kann nur in die gelb markierten Zellen eingeben, ein Blattschutz verhindert Fehleingaben. Die Auswertung, incl. der Graphiken, gleicht sich automatisch an.

Vor der Probenerstellung sollte im Team wenigstens abgestimmt sein, wieviel Anteile auf Reproduktion, auf Reorganisation, auf Transfer und auf problemlösendes Denken entfallen. Die kleine Tabelle in der oberen Blatthälfte unterstützt dies und ist so angelegt, dass eine Aufgabe bei der Gewichtung auch verschiedene Kategorien betreffen kann; die Punkte werden addiert. Dabei sollte die Punkteverteilung den Empfehlungen des Deutschen Bildungsrates folgen. Vielleicht findet man irgendwann länderübergreifend zu vergleichbaren Bildungsabschlüssen. Professor Sacher empfiehlt zur Verbesserung der Trennschärfe eine hohe Zahl von erreichbaren Punkten. Trägt man in die Notentabelle am unteren Blattrand die %-Zuordnung zu Ziffernnoten ein, zeigt das Kreisdiagramm (ganz oben) automatisch die Anteile der Noten an den Punkten.

Eine nachträgliche Angleichung der Notenverteilung hin zu einer "Normalverteilung" (soziale Bezugsnorm) halten wir für ungerecht. Für eine gute Lehrkraft zählen die Unterrichtsinhalte (kriteriumsorientierte Bezugsnorm). Schließlich kann der Schüler nichts dafür, etwa in einer Klasse mit vielen Leistungsträgern zu sitzen. Gerade schwächere Schüler(innen) wären Opfer solcher Maßnahmen und könnten sich getäuscht fühlen, wenn sie sich nach der letzten Probearbeit an Ratschläge und Aussagen der Lehrkraft zu ihrem individuellen Fortschritt (schülerorientierte Bezugsnorm) gehalten haben. Der Lehrer als Verantwortlicher muss in diesem Fall nachdenken, ob die Probe dieses Mal zu leicht war und ggf. entsprechende Konsequenzen für seinen Unterricht ziehen.
Zu schlechtes Abschneiden stellt den Lehrer vor ein ähnliches Problem: Den Ursachen muss nachgegangen werden. schließlich sollen die Kinder nicht für die Mängel des Unterrichts bestraft werden, wenn sie nicht durch sie selbst erzeugt worden sind. In diesem Fall erscheint ein Nachbessern zu Gunsten der Kinder aber vertretbar, da die Lehrkraft auf der Seite der Kinder stehen muss. Wo im konkreten Fall die Grenze ist, liegt in der Hand des Lehrers, der aufgrund der Kenntnis über die Klassensituation abwägen kann. Die durchschnittlichen Punktezahlen jeder Aufgabe können eine Hilfe sein, ebenso wie die Arbeit in Jahrgangsstufenteams. Beide angesprochenen Extreme machen allerdings deutlich, wie stark der sowohl vorausgegangene als auch nachfolgende Unterricht mit der Probenerstellung und –auswertung verknüpft ist.

Auch eine Erweiterung der vor- gestellten Probenauswertung in andere Fächer ist denkbar. So könnte hinsichtlich der Mathe- matik folgende Tabelle wichtig sein, da sie die Gewichtung der Lernbereiche berücksichtigt und deutlich macht.
Diese Datei zum neuesten Stand und eine ausführlichere
wissenschaftliche Darstellung gibt es für Lehrkräfte
per e-mail oder für das Deininger Kollegium zum Download
falls eingeloggt - hier:
Lohnt sich der Aufwand?

Das Mehr an Arbeit einer differenzierten Probenauswertung lag für uns im erstmaligen Erstellen der Auswertungstabelle. Änderungen und Adaptionen sind schnell durchführbar. Angesichts der dargestellten Vorteile und unserer Erfahrungen damit in der Praxis hat sie sich gelohnt, ja scheint mit Blick auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag unersetzlich zu sein. Eine differenzierte Probenauswertung stellt eine wichtige Säule für einen guten Unterricht dar.
Auch unter pragmatischen Aspekten nicht unerheblich ist der Vorteil, dass es beim Addieren der Punkte und beim Errechnen der Note zu keinen Fehlern kommen kann, abgesehen von möglichen Übertragungsfehlern. Darüber hinaus haben wir in der Tabelle eine Spalte „pädagogische Note“ eingefügt (vgl. Schülerin Sophia Note 2), die den errechneten Ziffernwert (Note 3) unterdrückt und durch den eingegebenen Wert ersetzt. Vor allem im Grenzbereich kann dies zu Gunsten des Schülers eingesetzt werden.

Zusammenfassung:

Proben können, dies sei zusammenfassend gesagt, ein wertvolles Diagnose- und Analyseinstrument für Erziehung und Unterricht sein. Neben einer gründlichen Aufgabenstellung ist dafür eine differenzierte Probenauswertung unerlässlich, wozu das vorgestellte Beispiel eine Möglichkeit sein kann, die noch nicht einmal erheblich mehr Zeit kostet, jedoch erheblich zur Qualitätssteigerung beiträgt. Insofern ist sie unseres Erachtens ein zentraler Bestandteil einer Erziehung zur und durch Leistung, die nicht nur das Ziel verfolgt, die Kinder leistungsfähig zu machen, sondern auch leistungsbereit. Proben könnten so ihr negatives Image als notwendiges Übel verlieren und für Schüler eine wichtige Rückmeldung auf ihrem Lernweg sein. Dann spricht auch nichts dagegen, die authentischen Ergebnisse, statt sie nach zwei Jahren zu entsorgen, den Schülern auszuhändigen, etwa zur Ablage im Portfolio. Zumindest die vorzeigbaren Leistungen werden Schüler oder Eltern gerne aufbewahren. Für Lehrkräfte könnten Proben ein unersetzliches Analyseinstrument für guten Unterricht sein und eine sichere Beratungsgrundlage, gerade im Gespräch mit Eltern. Demnach könnten sie eine pädagogische Atmosphäre erzeugen helfen, die in diesem Zusammenhang getragen wird von einer Freude, Leistung erbringen zu können und zu wollen.

06-03-14
Das Grundschulmagazin 4/06 hat unser Probenauswertungs- blatt veröffentlicht.
Entsprechend unserer Bedürfnisse fertigen wir Updates an. Zu weiteren drei wichtigen Informationen für die individuelle Förderung unserer Schüler liefert es nun je eine Graphik.
Merkblatt: Die wichtigsten Aspekte zur Probenerstellung!

Maßstab der Unterricht: Verhältnis zwischen Repro., Reorg., Trans. und Probleml. muss sich sowohl im Unterricht als auch in der Probe widerspiegeln (muss ein Thema bei Teamarbeit sein!)

Empfehlung zur Punktevergabe 4 : 3 : 2 : 1, jedoch Maßstab bleibt der eigene Unterricht

Entsprechende Gewichtung der Lernbereiche (z.B. Mathematik: Zahlen und Rechnen / Sachaufgaben / Geometrie)

Punktevergabe ist vor der Probe festzulegen und dementsprechend auch die Mindestkompetenz mit Notenschlüssel (siehe Auswertungsblatt, u.a. partiell linear)!

Transparenz der Anforderungen und Punkteverteilung (auf Probenblatt!) sowie Mindestkompetenz (= 4, muss nicht immer 50 % sein) dem Schüler mitteilen!

Wegen Motivation zu Beginn eine leichtere Aufgabe (aller Anfang muss nicht schwer sein) und nach Möglichkeit auch am Ende aus demselben Grund (Vor.: S. sollen gelernt haben, nicht stupide alle Aufgaben der Reihe nach zu rechnen, sondern auch einmal eine auszulassen, um nicht Zeit zu vergeuden)!

Je höher die Gesamtpunktzahl ist, desto kleiner ist der Messfehler und desto sicherer die Beurteilung!
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Dieses Thema wird auch im "Forum: Unterrichten - Erziehen" Heft 2 vom März/April 2006 aufgegriffen. Der Beitrag von Hanna Kiper beschreibt das Dilemma zwischen Förderorientierung und Wirkungen der Strukturen. Vergrößerung bei Klick auf Bild!
´Vor einer Pervertierung der Lernkultur hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, anlässlich der am Freitag bevorstehenden Vergabe der Jahreszeugnisse an rund 1,5 Millionen Schüler/innen in Bayern gewarnt. Weil Lehrerinnen und Lehrer gezwungen sind, die Leistungen ihrer Schüler/innen ständig zu beurteilen, dreht sich an den Schulen alles um Noten und Berechtigungen. "Der Zeugnistag wird für Tausende zum Schicksalstag. Er entscheidet über Zukunft und Karrieremöglichkeiten junger Menschen." ´ Dannhäuser, BLLV-Präsident, (vgl. Homepage des Lehrerverbandes vom Sept. 06)
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