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Grundschule und Mittelschule Deining

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Gedanken zum Schulanfang

Den Beginn eines neuen Schuljahres erleben Schüler, Eltern und Lehrer stets auch als einen Neuanfang. Wir wünschen allen Beteiligten für 2005/2006 viel Freude, neue Kraft und Ideen zur Verbesserung unseres Schulalltages.

Erhebliche Verbesserungen

Erhebliche Verbesserungen - vor allem bei der personellen Ausstattung - konnte die Schulleitung und der Förderverein der Schule ermöglichen. Ab September 2005 werden voll- und teilzeitige Sozialpädagogen und Erzieher den Schülern und Lehrkräften als Partner zur Verfügung stehen. Möglich wurde dies u.a., weil die Schule in einer Präsentation zur Ganztagspädagogik vor Mitarbeiter(inne)n der ARGE überzeugen konnte.

Welchen Aufgaben und Anliegen sich unsere neuen Mitarbeiter verstärkt zuwenden sollen, soll hier an einigen Zitaten verdeutlicht werden. Die Zitate stammen allesamt dem Informationsblatt des BLLV - Bayerische Schule Heft 5/2005, das sich im Schwerpunkt mit dem Schulsystem in Finnland befasst hat. (ergänzend dazu "Kann man, darf man, soll man ...?" und ein Entwurf für den Elternbrief 2005/06-I)

 

Zum Thema "Verengter Leistungsbegriff" schreibt Fritz Schäffer

ZITAT: „Alle kennen die Zahlen der PISA-Studie – von ihrer wichtigsten Ursache wollen die meisten nichts wissen: Alles dominierender Zwang zur Auslese. Sie macht Schüler zu Lernmaschinen und Lehrer zu Exekutoren“ (Fritz Schäffer, Leiter der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV, in „Bayerische Schule“ 5/2005 S. 18).

ZITAT:„Schule ... ist auf einen verengten Leistungsbegriff reduziert, ... Unterricht ... wird extrem extrinsisch motiviert und ... inhaltlich ... auf Prüfungen fixiert. (...) Schüler werden zum bulimischen Lernen abgerichtet: Kurz vor Prüfungen fressen sie Stoff in sich hinein, erbrechen ihn während der Prüfung wieder, und haben am Ende kein Gramm zugenommen (Schäffer, ebd.) (vgl. dazu auch Vortrag in Neumarkt im März 2006). (vgl. dazu einen Bericht im "Spiegel")

ANMERKUNG: Als örtliche staatliche Schule können wir die äußeren systemischen Einflüsse nicht verändern. Jedoch wollen wir beständig daran arbeiten, die negativen Auswirkungen zu minimieren und die Gestaltungsfreiräume für Veränderungen zu nutzen. Wichtig ist uns das Lernen im sozialen Kontext, ob Grundschule oder Hauptschule oder im Ganztagsbetrieb. Über die Schulentwicklung, unterstützt von der Gemeinde, haben wir viele Wohlfühlfaktoren für unsere Schüler geschaffen. Ein besonderes Augenmerk der Hauptschule galt im letzten Schuljahr den Themen GerechtigkeitLeistungsbeur- teilung und -evaluation. Gerechtigkeit auch für Grundschüler versuchen wir durch unser Ganztagsangebot zu erreichen und bieten außerdem AGs und Differenzierungmaßnahmen, um die Nachteile aus dem Übertrittsdruck abzuschwächen.


Weitere Erkenntnisse aus Finnland, die wir in Deining beachten wollen
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Essen

ZITAT: „Eine Schule die sich darum kümmert, dass ihre Schüler gut und gesund essen, hat ein menschlicheres Gesicht als eine, die es nicht tut“ (Bericht zur Deutschen Schule in Helsinki von Juha Päätalo, vgl. S. 14, BLLV – Bayerische Schule 5/2005).
ZITAT: „In Finnland gehört das kostenlose warme Mittagessen für alle Schüler zur Grundvoraussetzung für physisches Wohlbefinden in der Schule. Schon wegen dieser Mahlzeit und der zwischen allen Stunden liegenden längeren Pausen dauert der Schultag seit jeher vom morgens bis abends, ...“ (vgl. Rainer Domisch vom finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen, Helsinki, ebd. S. 17).

ANMERKUNG: Das Essen können wir in Deining nicht kostenlos anbieten. Wir sorgen aber für eine gesunde, reichhaltige Auswahl für den Schüler zu einem Preis, bei dem Mutter am heimischen Herd nur schwer mithalten kann. Vor allem aber können alle Schüler und Lehrer daran teilnehmen.

Wohlbefinden

ZITAT: „Schon immer war ´hyvinvointi`, also das Wohlbefinden der Schüler und aller, die an schulischer Arbeit beteiligt sind, der Mittelpunkt aller Schulischer Arbeit. Wer sich nicht wohlfühlt, kann nicht lernen. Sich wohl fühlen hat nichts mit verhätschelt werden zu tun, sondern steht als Grundvoraussetzung für Motivation“ (vgl. Domisch, ebd.).

ZITAT: „Schule und Lernen sollten wir nicht als ein System verstehen, in dem sich Kinder und Schüler anzupassen haben, sondern als eine Umwelt begreifen, die sich der Entwicklung und den Bedürfnissen der Kinder und Schüler anpasst. Schule muss Schüler stark machen und darf sie nicht schwächen. Sie muss mutig machen und nicht Angst verbreiten. Sie muss Lernwege öffnen und Barrieren abbauen. Sie muss Menschen bilden und darf sie nicht eingebildet machen. (vgl. Domisch, ebd.).
ANMERKUNG: (vgl. dazu auch unsere Leitgedanken zur Betreuung)
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konstruktivistischer Lernbegriff

ZITAT: „Alle technische Ausstattung hilft nichts ohne einen anderen Lernbegriff in einer anderen Lernumgebung. Dieser Lernbegriff muss von Vertrauen, Hilfe, partnerschaftlichem Arbeiten, Formen selbstverantwortlichen Lernens und Verantwortung bestimmt werden. Die Lernumgebung muss offen, anregend, ziel- und ergebnisorientiert sein“ (vgl. Domisch, ebd.).

ZITAT: „Einer der Grundsteine des finnischen Schulsystems ist der konstruktivistische Lernbegriff. Danach kann der Schüler nur das wirklich lernen, was er an seine Erlebniswelt anknüpfen kann“ (Bericht zur Deutschen Schule in Helsinki von Juha Päätalo, vgl. S. 14, ebd. S. 16). (vgl. dazu unsere Lernwerkstatt-Idee)
ZITAT: "... das mathematische Verständnis verbessert (sich durch) ... Nutzung von Veranschaulichungen ... . Bruner und Kenney haben vor Jahrzehnten eine Möglichkeit diskutiert, wie man diese Gleichung bereits Kindern im Grundschulalter verständlich machen kann". (vgl. Prof. Dr. Rolf Oerter, ebd. Beihefter S. II)

ANMERKUNG: Wir wollen auch künftig diese Gleichung nicht in der Grundschule berechnen :) Die Veranschaulichung lehrplangemäßer Aufgaben jedoch soll uns ein ständiges Anliegen sein. Freiarbeitsmodelle - in Eigenbau entstanden - können helfen. Erzieher können mit Schülern Modelle erstellen. Die Lehrer bestrafen sich nicht mit jeder Projektidee automatisch durch Mehrarbeit.
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Drei Ratschläge aus Finnland

ZITAT: „1. Vergessen Sie die Behauptung, dass heterogene Gruppen weniger leistungsfähig wären! 2. Bauen Sie bürokratische und systemimmanente Barrieren ab. Sie behindern Lernen, Bildung und Chancengleichheit! 3. Verstehen Sie Ihren Beruf als Lehrer nicht als Wissensregulierer und Stoffverwalter, sondern übernehmen Sie Verantwortung als Wissensvermittler“ (vgl. Domisch, ebd.).

ANMERKUNG: Zu 1 - In Arbeitsgemeinschaften, aber auch im Unterricht helfen ältere oder gute Schüler beim Lernen. Zu 2 - Mit dem Förderverein konnten wir manche bürokratische Hürde nehmen. Zu 3 - In den Lernwerkstätten und über die Freiarbeit werden Schüler zu selbständigem Lernen motiviert.

Individualisierung

ZITAT: Eine „Erklärung für den PISA-Erfolg der Finnen ist das individuelle Fördersystem“ (vgl. Bericht zur Deutschen Schule in Helsinki von Juha Päätalo, vgl. S. 14, BLLV – Bayerische Schule 5/2005).

ANMERKUNG: Mit der Förderlehrerin und den neuen sozialpädagogischen Kräften wollen wir unseren Schülern möglichst individuelle Hilfen bieten. Durch optimierte Differenzierung in Übertrittsklassen und in den Hausaufgabenzeiten wird dies ergänzt. In Freizeitmaßnahmen wollen wir Selbstbewusstsein stärken und Schülern Mut machen (vgl. Ganztagskonzept).

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