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Grundschule und Mittelschule Deining

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Haushalt

Planung des Haushalts für die Volksschule Deining 

Die VS Deining mit ca. 360 Grund- und Hauptschülern muss jeweils im Februar/März dem Bürgermeister die Beschaffungswünsche der Schule mitteilen. Es geht um die Qualität des Hauses und der Ausstattung. Da diese Beträge erfahrungsgemäß vom Bürgermeister gedeckelt werden, empfahl es sich, die Liste der Beschaffungswünsche in einem Ranking vorzutragen. Die Schulleitung informiert im Januar also die Mitarbeiter im Hause, dass die Wünsche mit Preisangaben vorzutragen sind und trägt deren Angaben in eine Tabellenkalkulation ein.

Diese Liste wird ausgedruckt und Lehrkräften zur "Benotung" vorgelegt. Da die Lehrkräfte in dieser Zeit unter erhöhter Arbeitsbelastung (Noten für Zeugnisse) leiden, wurde bisher darauf verzichtet, eine eigene Konferenz dafür anzusetzen, sondern - ganz unkompliziert - von Jahr zu Jahr eben unterschiedliche Lehrkräfte zum Verfahren eingeladen. In den letzten beiden Jahren hat der Schulleiter selber darauf verzichtet, eine Bewertung zum Ranking einfließen zu lassen. Die Bewertungen der Lehrkräfte werden wieder in die Tabellenkalkulation eingetragen und es erfolgt die Sortierung der Tabelle nach den Durchschnittswerten. Diese Sortierung wird dem Elternbeirat und dem Schulforum vorgelegt. Hier kann es nochmals zu Verschiebungen in der Hierarchie kommen. So wurde vor einigen Jahren von der SMV die Sanierung der Toiletten nach vorne befördert. Mit dieser Liste ausgerüstet geht der Schulleiter ins Rathaus. Damit im Rathaus eine fachlich fundierte Begründung möglich ist, lässt sich der Schulleiter von den Lehrkräften begleiten, die mit ihren Wünschen eine größere Ausgabe verursachen, im Jahr der Computeranschaffungen also unser Systembetreuer und der Fachmann für den kaufmännisch-bürotechnischen Bereich.

Der Schulleiter sieht seine Aufgabe also vornehmlich darin, das Verfahren zu organisieren und sich dann anwaltschaftlich bei Bürgermeister und Gemeinderäten für die Bereitstellung der Mittel einzusetzen. Die öffentliche Sitzung zur Haushaltsaufstellung der Gemeinde wird durch den Schulleiter und Vertreter des Elternbeirates besucht. Inwieweit die Beträge in Fraktionssitzungen festgelegt wurden, entzieht sich unserer Kenntnis.


Planung des Unterrichts im nächsten Schuljahr

Mindestens ebenso wichtig ist eine weitere Aufgabe der Schulleitung in diesen Wochen: die Beantragung der Lehrerstundenzuteilung für das kommende Schuljahr, also Schuljahr 2006/2007. Es geht um die Qualität des Unterrichts. Mit dem Zwischenzeugnis zeichnet sich nämlich ab, welche Schüler - neben den 9. Klasslern - die Schule verlassen werden. Die künftigen Erstklassler erfahren wir von der Gemeinde. Damit beginnt die Klassenbildung für nächstes Jahr. Erfahrene Kollegen des Stundenplanteams unterstützen die Schulleitung dabei.

Die Anzahl der Klassen wird wohl bleiben und die meisten Lehrkräfte auch. Trotzdem sind weitere wichtige Parameter zu berücksichtigen. Die Schüler in der Hauptschule müssen angeben, ob sie Musik oder Kunst, ob sie GtB, HsB oder KtB als Schwerpunkte wählen. So errechnet sich der Bedarf an Lehrerstunden z.B. für Hauswirtschaft oder Werken. Aus der Anzahl der katholischen, evangelisch oder bekenntnislosen Schüler errechnet sich der Bedarf für Religionslehre. Die Zahl von Buben und Mädchen lässt auf den Bedarf an Sportlehrerinnen oder Sportlehrern schließen. Für alle Kursbildungen gibt es Vorgaben. So ist es z.B. grundsätzlich nicht möglich, für Gruppen von nur drei bis fünf Schülern regelmäßig Lehrkräfte abzustellen. Entweder man findet intelligente und für alle Beteiligten einvernehmlich akzeptable Lösungen, oder wir schicken Schüler, deren Fächerwahl nicht erfüllt werden kann, in eine andere Schule.

Mit der Summe seiner Informationen muss der Schulleiter dann im Schulamt um die Zuteilung entsprechender Lehrerstunden bitten. Es wird besprochen, welche Lehrkräfte vermutlich in Deining bleiben, welche in die Mobile Reserve abgestellt werden und welche Lehrkräfte mit welcher Qualifikation man noch bräuchte. Auch dabei wird der Schulleiter versuchen, anwaltschaftlich für die bedarfsorientierte Pädagogik der Schule das Verständnis zu finden.

Planung des Ganztagsbetriebes im kommenden Schuljahr

Wenn diese beiden elementaren Bereiche der Schulorganisation abgearbeitet sind, macht sich die Schulleitung daran, den Ganztagsbetrieb für das nächste Jahr zu organisieren. Es geht um die Qualität der ganzheitlichen Erziehung. Diese Aufgabe fällt zwar nicht in den Pflichtbereich einer Schule und wird an vielen Schulen auch nicht angeboten.
Schulleitung und Lehrkräfte wären entlastet. Ganztagsbetreuung kann ja auch durch andere freie Träger der Bildungsarbeit oder die Gemeinde organisiert sein. Jedoch versuchen die Deininger Lehrkräfte und Betreuer eine Schule zu wirklichen, wie man sie sonst nur an offiziell genehmigten Ganztagsschulen oder privaten Internatsschulen vorfindet: die organisatorische und personelle Vernetzung von Unterricht und Hausaufgaben, von Erziehungsarbeit durch Lehrkräfte und Erziehung durch Betreuer, von Lernarbeit und Freizeit.

Unser Modell von Schule "macht Schule". Andere Ganztagsbetreuungen orientieren sich jetzt ebenfalls stärker am Schulbetrieb und die Zuständigen anderer Städte bauen auch darauf. Die reine Betreuung am Nachmittag aus Gründen elterlicher Berufstätigkeit brauchen nur wenige, der Fördergedanke käme zu kurz.

Finanzielle Grundlage ist zum einen das Zuschusswesen für Mittags- und Ganztagsbetreuung, zum anderen das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Eltern für die Mittagsbetreuung und schließlich die unentgeltliche Mehrarbeit der im Förderverein tätigen Lehrkräfte und Betreuer. Denn, obwohl nur rund 25 Schüler bezuschusst werden, findet in Deining Betreuung doch für knapp 110 Schüler statt. Im ersten Schritt muss die Gemeinde gefragt werden, ob sie das Betreuungsangebot im bisherigen Umfang mitfinanziert, denn zu jedem Euro der Gemeinde legt der Bayerische Staat einen dazu. Dann müssen die Eltern befragt werden, wann und wie sie das Angebot für ihr Kind im nächsten Jahr nutzen wollen. Bisweilen braucht es dabei Überzeugungsarbeit, also auch die Mitwirkung von engagierten Lehrkräften. Manche Eltern könnte man  zwar überzeugen, das Geld reicht aber nicht, andere Eltern erkennen den Förderbedarf nicht, erst recht nicht, wenn Hilfe zur Erziehung anstünde. Einen Zwang gibt es nicht, so dass in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt nach Lösungen zu suchen ist - viel unentgeltliche Arbeit für Schulleitung und Betreuer. Dann ist im Mai ein Zuschussantrag auf den Weg zu bringen, dessen Genehmigung zwar kein Problem darstellt, aber dessen Umsetzung nur mit gutem, qualifiziertem und vor allem reichlich Personal bewerkstelligt werden kann. Schließlich macht alles nur Sinn, wenn am Ende die Kinder überzeugt werden können. Die bisherigen Mitarbeiter müssen also befragt werden, ob und welchem Umfang sie nächstes Jahr zur Verfügung stehen, ggf. müssen neue gesucht, in ausführlichen Gesprächen eingewiesen und geschult werden. Dann sichten die Schulleitung, Lehrkräfte vom Förderverein und Betreuer die Schüler mit ihrem jeweiligen Förderbedarf und planen die Förder- und Freizeitmaßnahmen des kommenden Schuljahres.

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