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Besichtigung der Fachklinik für junge Drogenabhängige |
Besichtigung der Fachklinik für junge Drogenabhängige
Nachdem sich einige Schüler der 8. und 9. Klassen durch Recherche im Internet über die Drogenklinik in Parsberg informierten, fuhren wir nun nach Parsberg.
Der erste Eindruck der Klinik war bei den Schülern beängstigend: eine geschlossene Einrichtung mit 4 m hohem Drahtzaun. Die Türen, die hinter uns beim Gang in den Besprechungsraum zufallen, sind ohne Schlüssel bzw. Code nicht mehr zu öffnen. Ein eigenartiges Gefühl „geschlossene Unterbringung“!
Herr Greiner, Dipl. Sozialpädagoge der Einrichtung, führte die Schüler mit einer Präsentation ins Themengebiet ein.
Der Vortrag beginnt mit einem Fallbeispiel: Zuerst dazu das Gesamturteil: Drogeneinkauf in Amsterdam und Schmuggel über die Grenze, also: illegaler Konsum von Drogen und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Anschließend wird darauf hingewiesen, welche Schäden Drogenkonsum nach sich ziehen kann. Neben psychischen Problemen sind auch die gesundheitlichen Schäden, z. B. Hepatitis, nicht zu vernachlässigen.
Danach ging Herr Greiner noch auf die Folgen von Drogenkonsum im Straßenverkehr ein.
Des Weiteren befragt der Sozialpädagoge die Schüler nach Hobbys und Interessen. Nach dem Sozialpädagogen ist die Förderung von Hobbys und Interessen von großer Bedeutung, denn: Wer Langeweile verspürt, kommt auf dumme Gedanken!
Die Schüler erfahren, dass in der Einrichtung die Möglichkeit besteht, den Hauptschulabschluss nachzuholen. Allerdings haben die jungen Menschen dort nur 2 x 2 Stunden Unterricht pro Woche und müssen den Rest selbst erarbeiten.
Weitere Schlagworte der Präsentation waren das Behandlungskonzept, Behandlungsziele- und angebote, die Zielgruppe, Rahmenbedingungen der Einrichtung und Unterbringungsgrundlagen. Auch die verschiedenen Stationen mit ihren Therapieinhalten und Lockerungen wurden angesprochen.
Nach dieser theoretischen Auseinandersetzung war ein Rundgang durch die Klinik angesagt. Somit bekamen die Schüler Einblick in die Arbeitstherapie, Beschäftigungstherapie und die Schule. Auch durften wir ein Zimmer eines Patienten besichtigen.
Der Höhepunkt der Exkursion war definitiv das Gespräch mit einem jungen Betroffenen, der sich gerade auf der Aufnahmestation der Drogenklinik befindet. Nach anfänglichem Zögern stellten die Jugendlichen der 8. und 9. Klasse viele Fragen, wie zum Beispiel:
- "Wie hat alles angefangen?
- "Warum haben Sie Drogen genommen?"
- "Kann man die Drogenabhängigkeit und eine feste Beziehung vereinbaren?"
- "Welche Rolle spielen Freunde und die Familie?"
Ein weiterer Punkt war das Leben nach dem Entzug:
- "Welche Ziele und Vorstellungen haben Sie für die Zukunft? Wie sieht die weitere Lebensplanung aus?“
– Sicherlich auch Fragen, die sich unsere Schüler stellen sollten.
Der Patient schilderte uns offen seine persönliche Situation und nahm Stellung zu all den Fragen. Er wies darauf hin, dass der Gruppendruck bei ihm der Auslöser war, zu Drogen zu greifen und fügte hinzu, dass er das Rauchen bei ihm als Einstiegsdroge ansehe. Außerdem stehe man am Ende oft vor einem großen Schuldenhaufen.
Nach diesem intensiven Gespräch bzw. Interview beantwortete Herr Greiner abermals Fragen, die bei den Schülern noch offen standen.
Die Schüler von Quali-Go / Bok zeigten während dem Vortrag, der Besichtigung und den Gesprächen sehr großes Interesse. Sie bekamen sehr lebensnah und anschaulich einen Einblick in die Lebenssituation der abhängigen Jugendlichen.
In den nächsten Tagen werden die Erfahrungen und Eindrücke mittels einer Meinungsumfrage nachbereitet.
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