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Aufwandsarme Förderdiagnose

Keine Frage! Vor dem Fördern muss eine sorgfältige Diagnose erfolgt sein. Die Bildungselite zeigt uns in pädaogischen Zeitschriften und online-Berichten wissenschaftliche Anforderungen und Beispiele dafür auf. In Seminaren werden vielfältige Vorschläge zu individueller Schülerbeobachtung verteilt. Vielen von ihnen ist eines gemeinsam: Sie verlangen der Lehrkraft in kleinschrittigen, zusätzlichen Hausaufgaben erheblichen Zeitaufwand ab. Es entstehen Papiere und Ordner zur "Beweisführung", ohne genau zu wissen, wer die umfangreichen Texte dereinst wieder lesen wird. Die Motivation der Lehrkräfte zu dieser Arbeit tendiert gegen Null. Hingegen ist dem Schulleiter noch keine Lehrkraft begegnet, die nicht äußerst interessiert wäre an objektiven und validen Displays für Diagnose und Förderung. Fazit: Die intrinsische Motivation der Lehrkräfte ist vorhanden, die Bereitschaft - zu den ohnehin erheblichen Belastungen des Lehrerberufes - noch etwas draufzusetzen nicht! Wir wollen deshalb gemeinsam Werkzeuge erarbeiten, die zusätzliche Belastungen vermeiden, aber zuverlässige Displays liefern. Die Funktionsweise kann unser Beispiel zur Lehrerbefragung aufzeigen.

<em>Beispiel für aufwandsarme Erhebung zur Lehrerbefragung</em>
Beispiel für aufwandsarme Erhebung zur Lehrerbefragung

Testlauf für eine Erhebung __f
Wir baten Kolleginnen und Kollegen um Unterstützung für einen ersten Erhebungstest und um Beantwortung von Fragen, die für uns interessant sind. Wir freuten uns auch über die Beteiligung von ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die auf unsere Seiten als "Freunde" noch Einblick haben. Klick auf Bild führt zur Befragung. Dann bitte hier weiterlesen. 

Welche Möglichkeiten tun sich auf?
Ideen beim Betrachten dieses Werkzeuges

Die Absichten von Befragungen und ihre Anliegen bedürfen wohl keiner besonderen Erklärung. Ob Ziele damit (mit Skalen und Zahlen) erreichbarer erscheinen, kann man diskutieren. Dieses Werkzeug macht die Auswertung "aufwandsarm". Anders, als z.B. bei unserer internen Evaluation 2006/2007, müssen nicht die Kreuzchen vom Papier in ein Excel-Blatt übertragen und mühevoll in Graphiken gewandelt werden. Richtig gefragt kann man also schnell zu brauchbaren Antworten finden. So könnten wir uns künftig z.B. bei interner Evaluation auf einen Qualitätsbereich beschränken, der vom Befragten in wenigen Minuten abgearbeitet ist. Die Ergebnisse liegen sofort vor. Einen bestimmten Zeitraum später erhebt man einen anderen Qualitätsbereich oder den selben nochmal, wenn man die Veränderung im Längsschnitt zu sehen wünscht. Das ist doch schon was! Dieses Werkzeug hilft uns also dabei, Meinungen gerne einzuholen, weil wir uns beim Auswerten nicht mit Arbeit bestrafen. Und selbstverständlich kann man Erhebungen auch für einen geschlossenen Kreis und anonymisiert durchführen.

Unsere Wünsche

Nun haben wir in unserer internen Evaluation 06/07 aber noch weitergehende Wünsche geäußert. Ein wichtiges Anliegen war der "aufwandsarme" Austausch von Informationen und Erkenntnissen über Schüler und natürlich nicht zuletzt auch der Dialog mit ihnen selbst. Dieses Werkzeug bietet auch dafür bereits Möglichkeiten.

Wir laden deshalb zur Ideenfindung ein. Mit diesem Tool könnte nämlich auch die pädagogische Diagnose erleichtert werden. Dabei denken wir weniger an die klassischen diagnostischen Verfahren, denn diese sind oft testorientiert und helfen bei Entscheidungs- oder Zuweisungsdiagnostik, letztlich für das Auffinden von Begabungen oder Defiziten. Diese Aufgabe sollten wir aber Schulpsychologen und Beratungslehrkräften überlassen. Natürlich wäre es nicht verboten, mit diesem Tool etwa eine (rein reproduktive) Kurzprobe zum Sachunterricht oder Kopfrechnen durchzuführen. Jedenfalls lassen sich, wenn man das will, die Befragungen personalisieren, z.B. mit dem Login und Passwort zum i-NET-Menü. Eine verschlüsselte Namensliste könnte alle Gefahren von Indiskretion vermeiden helfen.

Diagnose

Noch wertvoller wäre eine Verwendung dieses Tools zur Unterstützung der dialogischen Diagnostik, in der Schüler (evtl. auch Eltern) mithelfen, das Lernverhalten des Kindes zu ergründen und ggf. dahingehend zu ändern, dass eigenständiges, lebenslanges Lernen angebahnt werden kann. Mit diesem Werkzeug lässt sich der "aufwandsarme" Austausch mit und über den Schüler, mit seinen Eltern, mit Betreuern und mit allen beteiligten Lehrkräften verbessern.

 

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Denn das Wichtigste beim individuellen Fördern ist und bleibt  das Beratungsgespräch. Ob dieses gelingt, hängt im besonderen Maße davon ab, dass Berater und Ratsuchender einander verstehen. Das gilt übrigens auch für den Umgang sehr gescheiter Leute miteinander, etwa wenn ein Wirtschaftsberater für ein Unternehmen tätig wird oder wenn der Arzt einem Patienten seine Diagnose mit Therapie erläutert. Der Arzt verwendet vielleicht ein für ihn selbstverständliches Vokabular, das der Patient nicht versteht. Wenn der Patient dies - etwa aus Scham - nicht eingestehen möchte, läuft das Beratungsgespräch schief; der Patient hat nichts verstanden. Ebenso ergebnislos wird ein Gespräch zwischen dem Wirtschaftsberater und dem Geschäftsführer einer GmbH verlaufen, wenn dem Firmenchef ständig "Selbstverständlichkeiten" erläutert werden.

Fazit:
Denn der beste Berater erreicht gar nichts, wenn er nicht "das Ohr" des Ratsuchenden findet, weil er nicht weiß, was der Ratsuchende selber schon weiß oder - schlechter noch - weil er die eigenen Lösungsansätze des Ratsuchenden nicht einbezieht. Genauso schlecht ist aber, wenn der Ratsuchende nicht weiß, was der Berater nicht weiß. Umgekehrt muss der Ratsuchende wissen, was der Berater nicht wissen kann und muss darüber informieren. Dann erst kann man sinnvoller Weise im Beratungsgespräch wirkungsvolle, individuelle Förderpläne erarbeiten.

 

 

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Konkret

Die Lehrkraft geht etwa mit der Klasse oder einer Gruppe in den Computerraum und lässt im gelenkten Gespräch jeden Schüler individuelle Angaben zu seiner Selbsteinschätzung machen. Genauso könnte ein Klassenelternabend den individuellen Dialog unterstützen. Ebenso könnte man Eltern bitten, vor der Sprechstunde, am häuslichen Computer, sich über die Fragen Gedanken zu machen und trägt diese dann ein. In den nachfolgenden Einzelgesprächen mit Schülern oder Eltern kann man dann auf Selbstauskünfte von Schülern und Eltern bauen, das Beratungsgespräch beginnt dort, wo es bisher oft schon endete, weil die Zeit vorbei war oder man sich nicht verstanden fühlte.

Die individuelle Förderdiagnose steht damit auf wesentlich festeren Beinen. Dazu kommen die konkreten Beobachtungen des laufenden Schuljahres. Für deren Dokumentation und ständige Angleichung erstellen wir, parallel zum vorgestellten Werkzeug, eine weitere, wichtige Hilfe, das "Pluspunkt"-System.

Für das Schulleitungsteam
Heinz Lang
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Die Vision wäre eine graphische Darstellung zur Förderdiagnose, wie sie die Excel-Anwendung Kollux in der Ausgewogenheitsgraphik zeigt. Die Entwickler von Kollux arbeiteten mit der Uni Erlangen-Nürnberg (von Prof. Sacher) und der Stiftung Bildungspakt Bayern (MRin Pötke und Dr. Fußstätter) zusammen.

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